Virusvariante schon länger in Europa Omikron in älteren Proben gefunden

Mit Reisebeschränkungen wird derzeit versucht, die Ausbreitung von Omikron zu verlangsamen. Dabei zirkulierte die neue Virusvariante offenbar schon in Europa, bevor sie erstmals in Südafrika identifiziert wurde.
Reisende aus Südafrika bei Tests am Amsterdamer Flughafen

Reisende aus Südafrika bei Tests am Amsterdamer Flughafen

Foto: Remko De Waal / picture alliance/dpa/ANP

Die neue Virusvariante Omikron breitet sich offenbar bereits seit Mitte November in Europa aus. In den Niederlanden entdeckten Gesundheitsexperten die Covid-19-Mutation in Proben, die am 19. und 23. November genommen worden waren, teilten die Behörden mit. Die neue Variante wurde in Südafrika erst später erstmals festgestellt.

Es sei noch nicht klar, ob die Personen zuvor das südliche Afrika besucht hatten, so die Experten. Bislang lag der Fokus auf den Passagieren der beiden letzten Flüge aus Südafrika, unter denen am vergangenen Freitag Dutzende Infizierte waren. Die Behörden wollen nun rund 5000 Menschen testen, die zuletzt aus Südafrika, Botswana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia oder Simbabwe eingereist sind.

In den Niederlanden traten am Sonntag verschärfte Covid-19-Maßnahmen in Kraft, um die Rekordzahl von mehr als 20.000 Infektionen pro Tag einzudämmen und die Krankenhäuser zu entlasten. Auch in Deutschland und Belgien deuten erste Stichproben darauf hin, dass Omikron bereits zirkulierte, bevor es von Ärzten in Südafrika als neue Variante identifiziert wurde.

In mindestens 20 Ländern wurde Omikron bislang festgestellt, darunter Japan und Frankreich. Es gibt die Sorge, dass die neue Mutation noch einmal deutlich ansteckender sein könnte als die Delta-Variante.

Bestätigung in Düsseldorf: »Ja, es ist Omikron«

In Deutschland ist ein Omikron-Fall in Düsseldorf bestätigt worden. Es handle sich um eine Person, die am 21. November aus Südafrika eingereist ist und dort Kontakt zu einem mittlerweile positiv getesteten Fall hatte. Das teilte die Stadt am späten Dienstagabend mit.

Wegen auftretender Symptome habe sich die eingereiste Person am 25. November testen lassen – das Ergebnis war positiv. Die Untersuchung auf Virusvarianten habe Auffälligkeiten gezeigt, die gegen eine Delta-Variante sprachen. »Eine Nachtestung wurde am 27. November durchgeführt und direkt in die Universitätsklinik zur Sequenzierung gebracht«, hieß es. Die Sequenzierung sei aber wegen der zu geringen Viruslast nicht erfolgreich gewesen.

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Daher sei am 29. November ein weiterer Test durchgeführt worden. »In diesem Abstrich war die Viruslast groß genug, um die Omikron-Variante mit einer Sequenzierung zweifelsfrei nachzuweisen«, sagte eine Stadtsprecherin auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Virologen der Universitätsklinik hätten übermittelt: »Ja, es ist Omikron.«

»Auch wenn wir bisher wenig Konkretes wissen, ist die Situation tatsächlich beunruhigend. Sowohl die molekularen Veränderungen des Virus als auch die Muster, mit denen sich Omikron in den vergangenen Wochen ausgebreitet zu haben scheint, geben Anlass zur Sorge«, sagte der Bioinformatiker Richard Neher von der Universität Basel dem SPIEGEL . Gleichzeitig bestehe auch immer noch die Möglichkeit, dass sich die neue Variante nicht in Europa durchsetzt: »Wir haben tatsächlich schon viele Varianten gesehen, die bemerkenswerte Konstellationen von Proteinen und Mutationen aufwiesen und die dann doch nicht so erfolgreich waren«, so Neher.

fww/rtr
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