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Vitamin C unter Verdacht

aus DER SPIEGEL 16/1975

Vitamin-C-Tabletten, die ein Jahr lang aufbewahrt wurden und dabei mit Luft und Feuchtigkeit zusammengekommen sind, zersetzen sich und bilden zwei krankmachende Substanzen. Die eine ist vermutlich bei der Entstehung von Diabetes mitbeteiligt, die andere -- Oxalsäure -- für die Nierenstein -- Kristallisation verantwortlich. Zu diesem Schluß kam der kalifornische Biochemiker I. J. Wilk, nachdem er handelsübliche Vitamin-C-Tabletten 360 Tage lang in einem Kühlschrank eingelagert und dann mit einem Infrarot-Spektrometer untersucht hatte. Der pure Vitamin-C-Anteil, so das Ergebnis, hatte sich danach mehr als zur Hälfte verändert. Bei den anderen, so Dr. Wilk, hatte sich das Vitamin C zunächst zu Zucker und dann in Oxalsäure verwandelt. Von dem Umwandlungsprozeß betroffen waren nur solche Vitamin-C-Tabletten, die (bis zu drei Viertel ihres Gewichts) mit Füllstoffen wie Zucker, Stärke und Talkum »gestreckt« waren; reines Vitamin C dagegen blieb auch nach einem Jahr unverändert.

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