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Von Töpfer zensiert

aus DER SPIEGEL 26/1992

Es sollte mal was anderes sein: Um jungen Leuten die Probleme des Regenwaldes näherzubringen, ließ der Bonner Umweltminister Klaus Töpfer ein Comic-Buch in Auftrag geben. Doch die unter der Regie des Hamburger Carlsen Verlags verfaßte Abenteuergeschichte von zwei jungen Deutschen, die mit einem südamerikanischen Holzbaron in Konflikt geraten, war dem Minister dann doch zu frech. Da wurde von skrupellosen Großgrundbesitzern erzählt, von einer Gewerkschaft der Gummizapfer und vom deutschen Waldsterben - Umweltfreund Töpfer ließ die Texte korrigieren: Aus dem Gewerkschaftshaus wurde ein »Gemeinschaftshaus«, vom Waldsterben ist keine Rede mehr, ein Hinweis auf die USA als Hauptproduzenten des Treibhausgases CO2 wurde gestrichen. Comic-Autor Joachim Friedmann: »Die wollten keinen Polit-Comic, sondern Fix und Foxi.« Die zensierte Töpfer-Fassung wird in einer Auflage von 50 000 Exemplaren kostenlos an deutschen Schulen verteilt; die Originalausgabe gibt es für 14,80 Mark im Buchhandel.

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