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Seuchen Wachsende TB-Gefahr

aus DER SPIEGEL 14/1995

Vor zwei Jahren hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO die ansteigende Zahl der Tuberkulosekranken vor allem in den Entwicklungsländern, aber auch in den Ländern des früheren Ostblocks zum Anlaß genommen, einen »globalen Notstand« auszurufen. Weltweit sind seither, wie die WHO jetzt meldete, weitere sechs Millionen Menschen der Krankheit erlegen. 95 Prozent von ihnen hätten durch eine einfache Behandlung gerettet werden können. Einen »Skandal« nennt Paul Nunn, TB-Forscher der WHO, diesen Zustand: »Es gibt eine wirksame und kostengünstige Behandlung, aber sie wird nicht angewendet, und Menschen sterben unnötigerweise.« Eine sechsmonatige Behandlung mit verschiedenen Antibiotika bringt Heilung in bis zu 95 Prozent der TB-Fälle. Aber zumeist brechen Patienten die Behandlung ab, sobald sie sich besser fühlen. Sie bleiben infektiös, die überlebenden Bakterien werden zumeist gegen die Antibiotika resistent. Eine Sechs-Monate-Dosis antibiotischer TB-Mittel, so rechnet die WHO vor, kostet rund 13 US-Dollar. Wenn dieser Betrag nicht aufgebracht wird, werde die Zahl der jährlichen TB-Opfer innerhalb des nächsten Jahrzehnts von drei auf vier Millionen steigen.

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Verfahren z. gen-technischen Behandlung

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