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Warnung vor Scherwinden für Boeing-Jets

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aus DER SPIEGEL 41/1985

Vom Sommer nächsten Jahres an will auch der amerikanische Luftfahrtkonzern Boeing seine Passagierjets mit einem Cockpit-Warnsystem vor Scherwinden ausstatten. Durch die plötzlich auftretenden, überaus tückischen Winde können Flugzeuge einen jähen Auftrieb erfahren, um wenige hundert Meter weiter durch gegenläufige Luftströmungen ebenso plötzlich heftig zu Boden gedrückt zu werden - jüngstes Opfer der Naturgewalt: ein Lockheed-Jumbo, der am 2. August in Dallas abstürzte. Warnhorn und -lampe sowie ein kleiner Bildschirm, auf dem ein Fluchtweg aus der Gefahrenzone angezeigt wird, sollen künftig die Flugsicherheit der Boeing-Jets erhöhen. Eine ähnliche Einrichtung gibt es bereits seit Jahren in den Jets der europäischen Airbus Industrie. Piloten freilich sind der Ansicht, einzig vom Boden aus könne eine wirksame Scherwind-Warnung erfolgen. Die Cockpit-Systeme warnen die Besatzung erst, wenn das Flugzeug bereits von Scherwinden erfaßt wird - dann sei es oft zu spät: Es gebe Scherwinde solcher Vehemenz, daß ein davon erfaßter startender oder landender Jet durch kein Ausweichmanöver mehr vor der Katastrophe bewahrt werden könnte.

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