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Psychologin im Interview Warum erfolgreiche und starke Menschen sich oft unsicher fühlen

Wissenschaftler untersuchen das Geheimnis von Menschen, die allen Widerständen des Lebens zu trotzen scheinen. Hier erklärt die US-Psychologin Meg Jay, warum starke Menschen oft Hilfe brauchen.
aus DER SPIEGEL 45/2018

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Jay lehrt als Professorin für Klinische Psychologie an der University of Virginia in den USA und arbeitet als Therapeutin. Ihr Buch "Die Macht der Kindheit" handelt von der prägenden Kraft schwieriger Kindheitserfahrungen. Jay erklärt darin, wie frühe Rückschläge zu jener überraschenden Stärke beitragen können, die Ärzte, Psychologen und Pädagogen mit dem sperrigen Wort "Resilienz" umschreiben. Gemeint ist die Fähigkeit, nach ausgeprägtem Alltagsstress und elementaren Krisen möglichst rasch in einen seelischen Normalzustand zurückzukehren. 

Beschrieben wurde das Phänomen bereits in den Siebzigerjahren: Die US-Entwicklungspsychologin Emmy Werner hatte in einer Langzeitstudie das Leben von gut 200 Jungen und Mädchen in Hawaii verfolgt, die mit Armut, zerrütteten Familien und anderen Risikofaktoren aufgewachsen waren. 

Ein Drittel von ihnen entwickelte sich trotzdem zu leistungsfähigen, zuversichtlichen und fürsorglichen Erwachsenen. Seither versuchen Wissenschaftler, das Geheimnis resilienter Menschen zu entschlüsseln – jener vermeintlichen Stehaufmännchen, die allen Widerständen des Lebens zu trotzen scheinen.


SPIEGEL: Frau Jay, anders als die meisten Ihrer Kollegen blicken Sie auch auf die Schattenseiten von Resilienz. Was genau verstehen Sie darunter?

Jay: Häufig ist Resilienz die Antwort auf überdurchschnittlich bedrückende oder traumatische Kindheitserlebnisse. Das erlebe ich bei meinen Klienten immer wieder. Sie sind, wie ich es nenne, supernormal: Sie funktionieren in der Schule oder im Beruf oft viel besser als andere – und auf jeden Fall besser, als man es angesichts ihres frühen Leids erwartet hätte. Aber für diese scheinbar problemlose Normalität müssen sie Kämpfe ausfechten, die tiefe Wunden hinterlassen.

SPIEGEL: Von welchen Kämpfen sprechen Sie?

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