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Lärm Watte in den Ohren

aus DER SPIEGEL 6/1996

Rockkonzerte mit Stars wie Madonna sind nach Ansicht des französischen Lärmforschers Christian Meyer-Bisch mittlerweile eine »ernste Gefahr für die Gesundheit« des Publikums. Meyer-Bisch untersuchte in Nancy 1364 Musikkonsumenten im Alter zwischen 14 und 40 Jahren. Die bedenklichsten Hörschäden fand der Forscher bei jenen, die pro Monat ein- bis zweimal Rockkonzerte besuchen, wo die Lärmbelastung ohrenbetäubende 117 Dezibel (wie bei Madonna-Konzerten gemessen) erreicht. Zwei von drei Rock-Liebhabern, die sich durchschnittlich zweimal pro Monat solcher Tortur aussetzen, klagen über Ohrenklingeln ("Tinnitus") oder ein Gefühl von »Watte in den Ohren«. Besorgniserregender aber als diese temporären Erscheinungen fand Meyer-Bisch, daß die Konzertgänger schon Dauerschäden aufwiesen. Im höheren Frequenzbereich betrug der Hörverlust bei ihnen neun Dezibel gegenüber einem gesunden 18jährigen. Vergleichbare Hörschäden waren bei regelmäßigen Disco-Besuchern nicht zu finden und auch bei Walkman-Benutzern nur dann, wenn diese sich mehr als sieben Stunden täglich mit Rockmusik volldröhnten.

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