Folge des Klimawandels Weiße Weihnachten werden immer unwahrscheinlicher
Die Älteren erinnern sich: Weiße Weihnachten
Foto: Zwez / picture alliance / VisualEyze / United ArchivesSchneit es an Weihnachten? Und bleibt der Schnee liegen? Konkret vorhersagen lässt sich das erst in der kommenden Woche. Frühestens zehn Tage vor dem Fest sei eine Prognose möglich, heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Sicher ist dagegen, dass die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten sinkt, je stärker sich das Klima aufheizt.
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Dass der globale Temperaturanstieg auch Auswirkungen auf den Schneefall hat, ist zwar wenig überraschend. Am Mittwoch vom DWD vorgelegte Daten erlauben aber eine Einschätzung, wie unwahrscheinlich es über die Jahre geworden ist, an Heiligabend einen Schneemann bauen zu können. In vielen Regionen Deutschlands schmälert der Klimawandel bereits die Chance auf weiße Weihnachten.
Um bis zu 44 Prozent sei die Wahrscheinlichkeit bereits gesunken, dass an den drei Feiertagen Schnee liegt. Statistisch betrachtet können sich die meisten Menschen in Deutschland nur noch alle zehn Jahre über Schnee freuen. »Obwohl der Trend eindeutig ist, lässt die Variabilität des Klimas aber jedes Jahr wieder die Hoffnung auf eine Ausnahme zu«, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche.
Ob es dieses Jahr schneit, ist noch unsicher
Foto: Annie Otzen / Getty ImagesBesonders betroffen ist den Angaben zufolge ausgerechnet der Süden Deutschlands, wo noch vor wenigen Jahrzehnten fast jedes zweite Jahr an Weihnachten Schnee lag. Das zeigt ein Vergleich der Referenzperioden 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020. »Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen vertreibt die weißen Weihnachten«, so Kirsche.
Für sieben Städte in Deutschland hat der DWD aktuell den Rückgang der Wahrscheinlichkeit von weißen Weihnachten berechnet: In Berlin ist die statistische Chance danach um genau zehn Prozent gesunken, ebenso in Hamburg. Doch während in Leipzig die Wahrscheinlichkeit nur um 3,8 Prozent sank, waren es in München 19,5 Prozent, in Freiburg 12,2 Prozent und in Frankfurt am Main 11,8 Prozent.
Auch in den Bergen wird es wärmer
Ähnlich ist es auch in den alpinen Nachbarländern: Die Winter in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden langfristig in allen Höhenlagen wärmer, zeigen Untersuchungen des DWD, des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). In Zukunft setze sich dieser Trend mit großer Wahrscheinlichkeit fort, hieß es.
Heiligabend ohne Schnee: Berlin am 24. Dezember 2020
Foto: Stefan Zeitz / IMAGOIn tiefen Lagen wird durch die Klimaerwärmung der Schnee deutlich weniger. Immerhin: In höheren Lagen oberhalb von etwa 1500 bis 2000 Metern sind den Angaben zufolge auch in den nächsten Jahrzehnten ausreichend Naturschnee für den Wintersport und meistens weiße Weihnachten zu erwarten.
In vielen Ländern Europas wurden in den vergangenen Jahren die mildesten Winter der Messgeschichte registriert. So wurden in Deutschland sechs der zehn wärmsten Winter im 21. Jahrhundert verzeichnet. In der Schweiz war der Winter 2019/20 im landesweiten Mittel der wärmste seit Einführung des offiziellen Messnetzes im Jahr 1864.