10 Jahre Mars-Mission Nasa feiert Rover mit Stein-Blaubeeren und Donuts

Es war nicht als Langzeimission gedacht: 90 Marstage sollten die Zwillingsroboter "Spirit" und "Opportunity" unter harten Mars-Bedingungen funktionieren. Daraus wurden zehn Jahre - und die Uhr läuft noch. Zum Jubiläum präsentieren wir Höhepunkte und Überraschungen.
Doppelt erfolgreich: Die Bilanz der Zwillings-Mars-Rover "Opportunity" und "Spirit"

Doppelt erfolgreich: Die Bilanz der Zwillings-Mars-Rover "Opportunity" und "Spirit"

Foto: Science/ Nasa/ JPL

Die Nasa-Ingenieure hätten beim Bau der Roboter für die Mars Exploration Rover Mission (MER) nie davon geträumt, dass ihr Projekt eine Dekade lang Daten vom Planeten funkt. Doch seit dem Jahr 2004 beliefert es Forscher und Öffentlichkeit mit Fotos von Bergen, Steinen und auch Sonnenuntergängen auf dem Mars. Und überraschende Entdeckungen wie Gesteinsformationen in Blaubeer-Form oder donutartige Brocken, die aus dem Nichts auftauchten und den Weg der Mars-Rover kreuzten, sorgten seit der Ankunft der Roboter für Schlagzeilen.

Genau vor zehn Jahren landete am 25. Januar 2004 der heute noch aktive Mars-Rover "Opportunity" auf unserem Nachbarplaneten. Sein Zwilling "Spirit" hatte schon ab dem 4. Januar begonnen, den Mars zu erkunden. Wissenschaftler auf der ganzen Welt feiern das Jubiläum. Denn nicht nur für Geologen sind die Aufnahmen von der Marsoberfläche wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklung des Planeten. Mit dem Nachweis von früherem Wasser hat das Projekt die generelle Frage nach Umweltbedingungen, die vielleicht einst Leben ermöglichten, klären können.

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Foto: Science/ AAAS

Mittlerweile sind die Rover "Spirit" und "Opportunity" sogar Aushängeschilder der Weltraumbehörde Nasa geworden, vergleichbar mit ständigen Erd-Botschaftern auf dem Mars. Neben eigenen Twitter-Accounts, auf einer Plattform, die jünger ist als die Sonden selbst, und einer gigantischen Schnappschuss-Sammlung im Internet sind sie die Stars unter den mechanischen Forschern.

Zu Beginn der Mission in den ersten Jahren des neu angebrochenen Jahrtausends war aber nicht klar, ob die anfänglichen Kosten von 900 Millionen Dollar, die das Vorhaben verschlang, sich bezahlt machen würden. Jahre zuvor sind Ende der neunziger Jahre durch technische Pannen oder menschliche Fehler Forschungsprojekte wie der "Mars Polar Lander" oder auch der "Mars Climate Orbiter" verlorengegangen.

Um gegenüber der Öffentlichkeit die Ausgaben weiter zu rechtfertigen, setzte die Nasa bei MER auf Transparenz und eine Medienkampagne mit angehängter Bilderflut. Denn "die Menschen, die dafür bezahlen, haben ein Recht darauf, zu wissen, was sie für ihre 900 Millionen bekommen", formulierte es Steve Squyres, der wissenschaftliche Leiter der Mission. Und sogar wenn es seit dem offiziellen Ende des Rovers "Spirit" am 25. Mai 2011 ruhiger geworden ist, und die Öffentlichkeit nur noch Informationen von "Opportunity" erhält, so sind die immer noch aufsehenerregend.

Rover trotz Altersgebrechen noch aktiv

Es gehörte aber auch eine gute Portion Glück dazu, dass die Mission sich über Jahre statt Tage hinziehen konnte. Vor allem die unerwarteten Sandstürme, die die Solar-Panels der Rover vom Staub befreiten, sorgten dafür, dass die Gefährte ihren Hunger nach Energie weit über die geplante Zeit hinaus stillen konnten. Dank der freigepusteten Solarzellen waren sie in der Lage ihre Instrumente in Gang zu halten, und konnten sich davor schützen, in der kalten Marsumgebung zu erfrieren.

Zwar kränkelt "Opportunity" Jahre nach dem Ausfall von "Spirit" mittlerweile etwas, seine Technik leidet unter der Dauerbelastung. Doch tapfer fährt das Marsauto weiter über unseren Nachbarplaneten, hält an ausgesuchten Plätzen Winterruhe und sendet in seinen besseren Tagen Gesteinsanalysen und optische Messungen zur Erde. "Jeder weitere Tag ist ein Geschenk", sagte Nasa-Forscher John Callas bereits letztes Jahr. Zu hoffen bleibt daher für die Forscher nur, dass "Opportunity" es schafft, ihnen mindestens 3650 weitere dieser Geschenke zu machen und auch die zweite Dekade mit atemberaubenden Fotos zu füllen.

kpg
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