Explodierender Stern Supernova-Staubwolke fasziniert Astronomen

Woher kommt der viele Staub in Galaxien? Als Quelle gelten Supernovas, doch stichfeste Beweise dafür fehlten. Eine spektakuläre Darstellung zeigt nun, welch große Mengen Staub von explodierenden Sternen freigesetzt werden.

Alexandra Angelich/ NRAO/ AUI/ NSF

1987 wurden die ersten Lichtstrahlen der Supernova in der Großen Magellanschen Wolke auf der Erde registriert. In einer Entfernung von 168.000 Lichtjahren explodierte ein Stern - das Objekt bekam den Namen 1987A. Seitdem beobachten Astronomen 1987A intensiv - es ist neben der 1604 von Johannes Kepler beobachteten Explosion in der Milchstraße die wohl bekannteste Supernova. Nun ist Wissenschaftlern eine faszinierende Darstellung der Staubwolke geglückt, die beim Aufleuchten des sterbenden Sterns entstanden ist.

Galaxien sind staubige Orte im All - als Staubquelle haben Astronomen schon länger Supernovas im Verdacht. Direkte Beweise für den vermuteten großen Staubaustoß waren jedoch rar. Das neue Bild von 1987A, eine auf Messdaten basierende künstlerische Darstellung, zeigt nun die frisch geformte Staubwolke einer Supernova.

"Wir haben erstaunlich große Staubmengen in dem zentralen Teil des Auswurfs einer relativ jungen und nahe gelegenen Supernova entdeckt", sagte Remy Indebetouw von der University of Virginia in Charlottesville (USA). "Erstmals können wir sehen, wo sich der Staub geformt hat." Dies sei wichtig für das Verständnis der Evolution von Galaxien. Der von Supernovas produzierte Staub könne erklären, warum viele Galaxien so staubreich seien.

Die neue Vermessung der Supernova gelang mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (Alma), dem größten Radioteleskop der Welt. An dem Teleskop-Netz in den chilenischen Anden arbeiten Wissenschaftler aus Europa, Nordamerika und Asien. Es ist mit mehr als einer Milliarde Euro das teuerste der bodengebundenen Astronomie. Die 66 Einzelteleskope haben Schirme mit Durchmessern von ungefähr zwölf Metern. Sie können auf der Hochebene frei bewegt werden.

Abstände der Einzelteleskope von bis zu 15 Kilometern ermöglichen eine sehr hohe Auflösung von 0,005 Bogensekunden. Das menschliche Auge schafft rund 60 Bogensekunden. Hätte ein Mensch ein so scharfes Auge wie Alma, könnte er auf eine Entfernung von 100 Metern einen fünf Tausendstel Millimeter breiten Türspalt erkennen.

Nur dank dieser hohen Auflösung ist es den Astronomen gelungen, die Staubwolke so präzise zu erfassen. Nach ihren Schätzungen entspricht die Staubmenge etwa einem Viertel der Masse unserer Sonne. Die Ergebnisse wurden auf dem Januar-Treffen der American Astronomical Society (AAS) vorgestellt und sollen auch im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters" publiziert werden.

hda

insgesamt 75 Beiträge
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Seite 1
duschuft 07.01.2014
1.
Die Mehrzahl von Supernova heißt richtig: Supernovae, NICHT Supernovas!
harald.gegenfurtner 07.01.2014
2. Bild 1 ist keine
Sie sollten bitte darauf hinweisen, dass das 1. Bild in ihrer Fotostrecke definitiv keine "Aufnahme" ist, sondern das, was auf englisch als "Artist's impression" bezeichnet wird (siehe: https://public.nrao.edu/news/pressreleases/alma-images-supernova-dust-factory). Danke!
Tiananmen 07.01.2014
3.
---Zitat--- "Wir haben erstaunlich große Staubmengen in dem zentralen Teil des Auswurfs einer relativ jungen und nahe gelegenen Supernova entdeckt", sagte Remy Indebetouw von der University of Virginia in Charlottesville (USA). "Erstmals können wir sehen, wo sich der Staub geformt hat." ---Zitatende--- Swiffer!
kahabe 07.01.2014
4. Wo
Zitat von duschuftDie Mehrzahl von Supernova heißt richtig: Supernovae, NICHT Supernovas!
habe Sie nachgeschaut. Im Duden oder im Schulwörterbuch? Ach ja, im Duden heißt die Mehrzahl Novä! Gell?
felisconcolor 07.01.2014
5. Also ich kenne
den Mehrzahlbegriff Novae auch noch. Das mag aber an meinem Alter liegen. Mit der Rechtschreibreform bin ich nie wirklich warm geworden. Und der Duden behauptet nur von sich das einzig wahre Deutsch zu verkörpern. Andere behaupten auch mal etwas anderes. Aber interessanter ist wohl das mir jetzt klar geworden ist wo immer der ganze Staub in meiner Wohnung her kommt. Aber ist schon interessant was man mit heutiger Teleskoptechnik für Bilder machen kann. Sehr hübsch
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