Weniger als 3000 Kilometer Entfernung Asteroid verfehlt Erde knapp wie nie

So knapp ist bislang kein bekannter Asteroid an der Erde vorbeigeflogen: "2020 QG", ein Steinklumpen von der Größe eines Autos, hätte aber wohl auch beim Aufprall keine Schäden angerichtet.
Erstes Bild des Asteroiden "2020 QG"

Erstes Bild des Asteroiden "2020 QG"

Foto: DPA

Weit draußen im All, zwischen Mars und Jupiter, liegt die Heimat der Asteroiden. Hier kreisen unzählbare Brocken um die Sonne - sie sind Überbleibsel aus der Frühzeit unseres Sonnensystems. Die Anziehungskraft des Riesenplaneten Jupiter hat im Asteroidengürtel verhindert, dass sie sich zusammenballten und aus ihnen mehr wurde als Klumpen von maximal einigen Hundert Kilometern Größe. Also krachten sie immer wieder aufeinander. Manchmal geraten die Gebilde aus Stein und Metall oder ihre Splitter auf einen Kurs Richtung Erde.

Und ganz selten kommt es tatsächlich zum Einschlag.

Laut der Nasa  ist nun ein Asteroid so nah an der Erde vorbeigeflogen, wie kein anderer aufgezeichneter Himmelskörper seiner Art zuvor. Er hatte die Größe eines Geländewagens und passierte den südlichen Indischen Ozean am Sonntag in einer Höhe von 2950 Kilometern. Der bislang dichteste Vorbeiflug sei 2011 verzeichnet worden, als ein Asteroid in rund 5500 Kilometer Entfernung an der Erde vorüberzog - also knapp 2500 Kilometer weiter weg als der nun registrierte Flug, berichtete das Palomar-Observatorium im US-Bundesstaat Kalifornien.

Mit einem Durchmesser zwischen drei und sechs Metern sei der Asteroid mit dem Namen "2020 QG" eigentlich verhältnismäßig klein, hieß es. Asteroiden dieser Größe fliegen demnach mehrfach im Jahr an der Erde vorbei, doch nur wenige können dabei aufgrund ihrer Größe und Geschwindigkeit von Teleskopen aufgezeichnet werden.

"Es ist wirklich cool, einen kleinen Asteroiden zu sehen, der so nahe kommt, weil wir dann beobachten können, wie die Erdanziehungskraft seine Route deutlich verändert", erklärte Paul Chodas, der bei der Nasa ein Programm zur Erforschung erdnaher Objekte leitet.

Dass "2020 QG" als langer Streifen auf einem Kamerabild des Observatoriums auftauchte, sei daher eine Besonderheit. "2020 QG" ist laut Nasa von allen bekannten Asteroiden, die nicht auf der Erde eingeschlagen seien, dem Erdboden am nächsten gekommen. Wäre der Asteroid direkt auf die Erde zugeflogen, wäre er in der Erdatmosphäre aufgrund seiner Größe wahrscheinlich verglüht.

Der große Knall von Tscheljabinsk

Gesteinsbrocken aus dem All haben aber schon immense Schäden auf der Erde angerichtet. Vor einigen Jahren verursachte die Explosion eines 20-Meter-Brockens über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk Verwüstungen. Durch den Meteoritenregen aus den Trümmern des schätzungsweise 16.000 Tonnen schweren Himmelskörpers wurden Hunderte Menschen verletzt, die meisten durch zersplitternde Scheiben.

Ab einer Größe von mehr als 500 Metern könnten Asteroiden oder Meteoriten auf der Erde bei Einschlägen überregionale Schäden anrichten. Die meisten Meteoriten sind Bruchstücke von Asteroiden, die sich bei Kollisionen abgesplittert haben. Um der Gefahr begegnen zu können, erarbeiten Wissenschaftler Strategien, die Einschläge abwenden sollen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war zu lesen, dass der Meteorit von Tscheljabinsk in der russischen Stadt einschlug. Er ist aber in großer Höher explodiert und nur die Splitter schlugen auf dem Boden ein. Wir haben diese Angabe korrigiert.

joe/dpa
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