3D-Bilder der Sonne Doppel-Sonde ins All gestartet

Die Nasa hat zwei neue Sonden ins All geschossen. Wie zwei menschliche Augen sollen sie die Sonne beobachten - und so dreidimensionale Bilder des Feuerballs liefern. Forscher wollen herausfinden, wie Sonneneruptionen auf die Erde wirken.


Cape Canaveral - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat das Doppel-Observatorium "Stereo" um 2.52 Uhr deutscher Zeit ins All geschossen. Der Start der Delta-II-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral verlief ohne Probleme; 25 Minuten später lösten sich die Sonden von der Rakete.

Mit dem 550 Millionen Dollar (437 Millionen Euro) teuren "Solar Terrestrial Relations Observatory" soll zwei Jahre lang die Entstehung von Sonneneruptionen erforscht werden. Ähnlich wie die Augen eines Menschen sollen die beiden baugleichen Sonden erstmals dreidimensionale Bilder von der Sonne, ihren Eruptionen und dem Sonnenwind liefern. Dazu werden sie unser Zentralgestirn von unterschiedlichen Umlaufbahnen aus beobachten: Eine Sonde fliegt vor, einer hinter der Erde her. Die Nasa erhofft sich von den Bildern auch Rückschlüsse darauf, wie sich die Sonnenaktivitäten auf die Erdatmosphäre auswirken.

"Von den unzählig vielen Sternen, die wir an unserem Nachthimmel haben, ist die Sonne der einzige, der wirklich zählt", sagte Nasa-Wissenschaftler Madhulika Guhathakurta zum Start von "Stereo". "Jeder Durchbruch, den wir für das Verständnis der Sonne erreichen können, ist von unmittelbarer Bedeutung für jedes menschliche Wesen auf diesem Planeten." Bei einer Sonneneruption, einer sogenannten solaren Flare, werden Millionen Tonnen heißen Plasmas mit ungeheurer Geschwindigkeit ins All geschleudert.

Dieses Phänomen ist verantwortlich für die Entstehung von Polarlichtern in den höheren Breiten der nördlichen Hemisphäre. Die Auswirkungen können aber auch Satelliten gefährden sowie elektronische Kommunikationssysteme und das Satelliten-Navigationssystem GPS stören.

Die ersten 3D-Bilder der Sonne soll es Mitte Dezember geben. Die Nasa will die Aufnahmen dann der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

fba/AFP/AP



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