50 Jahre Nasa Die teuerste Party der Geschichte

Es war das wohl gewaltigste zivile Forschungsprojekt der Geschichte: Innerhalb von nur acht Jahren entwickelte die Nasa das Apollo-Programm und schickte Menschen zum Mond - mit Erfolg. Doch die Party war schnell vorbei.

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Zuerst sollte es nur ein Rundflug werden. Als die Nasa-Verantwortlichen sich Anfang der Sechziger Gedanken machten, wie es nach dem "Mercury"-Programm weitergehen sollte, hatten sie eigentlich nur eine Mondumkreisung geplant. Doch John F. Kennedy, der junge und charismatische Neu-Präsident, wollte ein Vorzeigeprojekt, mit dem sich die technologische Vorherrschaft seines Landes demonstrieren ließ. Nachdem die Russen die USA mit Jurij Gagarins Weltraumflug binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal düpiert hatten, musste etwas Spektakuläres her. Etwas Größeres als eine simple Runde um den Mond. Die Amerikaner mussten auf dem Erdtrabanten spazierengehen - und die Sowjets wenigstens dieses eine Mal auf den zweiten Platz verweisen.

Kennedy kündigte in einer legendären Rede vom 25. Mai 1961 an, dass noch vor dem Ende des Jahrzehnts ein Amerikaner auf dem Mond landen und wohlbehalten zurückkehren werde. Der SPIEGEL spöttelte: "Das Dreifache der Summe, die Adolf Hitler von 1934 bis 1939 für die deutsche Aufrüstung ausgab, wollen die Amerikaner aufwenden, damit sie spätestens in zehn Jahren dort sind, wo sie sich nach Meinung der Weltöffentlichkeit schon seit geraumer Zeit befinden: hinterm Mond."

Die Aufgabe war gewaltig, wie das US-Magazin "Newsweek" erklärte: "Einen Mann zum Mond zu schicken, erfordert mehr als Optimismus." Das "Apollo"-Programm war für das gesamte Land eine riesige industrielle Mobilmachung. Kennedys Rede war der Startschuss für ein Mega-Vorhaben, das wohl alle zivilen Anstrengungen der Menschheitsgeschichte in den Schatten stellte, 25 Milliarden Dollar kostete und in seinen besten Zeiten 400.000 Menschen beschäftigte.

Eine halbe Milliarde Menschen sah am Fernsehgerät zu, wie Neil Armstrong am 20. Juli 1969 seinen ersten Schritt auf den Mond wagte - und einen der berühmtesten Sätze der Weltgeschichte sagte: "That's one small step for a man, one giant leap for mankind." Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit. Getragen worden war das Mondraumschiff von einer der stärksten jemals gebauten Raketen der Menschheitsgeschichte, der 110 Meter hohen "Saturn 5".

Bis zum Dezember 1972 gelangen den Amerikanern fünf weitere bemannte Mondlandungen. Genau zwölf Nasa-Astronauten betraten den Erdtrabanten; der letzte von ihnen war Eugene Cernan. Doch die Begeisterung der Amerikaner für das Treiben hoch über ihren Köpfen war zu diesem Zeitpunkt schon verflogen. Die "Apollo"-Party endete schnell, noch ausstehende Missionen wurden zusammengestrichen. "Der Mond gehört wieder den Liebenden", kommentierte ein Radioreporter damals.

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