Abgedockt "Discovery" kehrt zur Erde zurück

Die "Discovery" hat planmäßig von der Internationalen Raumstation abgelegt. Am Samstag soll die Raumfähre mit sieben Astronauten an Bord in Florida landen - sofern bei der Kontrolle des Hitzeschutzschilds im All keine Schäden entdeckt werden.


Washington - Die US-Raumfähre "Discovery" hat am Mittwoch nach acht Tagen Aufenthalt an der Internationalen Weltraumstation (ISS) die Heimreise angetreten. Die Raumfähre dockte nahezu planmäßig um 20.52 MEZ von der ISS ab, berichtete die Weltraumbehörde Nasa in Houston. Wenn das Wetter mitspielt, soll der Space Shuttle mit sieben Astronauten an Bord am Samstag um 18.43 MEZ am Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida landen.

"Discovery" nach dem Abdocken von der ISS: Vor dem Rückflug wird der Hitzeschutzschild kontrolliert
AFP

"Discovery" nach dem Abdocken von der ISS: Vor dem Rückflug wird der Hitzeschutzschild kontrolliert

Am Donnerstag untersucht die Crew mit Hilfe einer Kamera zunächst den Hitzeschild der "Discovery". Erst wenn das Kontrollzentrum in Houston die Bilder ausgewertet und keine bedenklichen Schäden festgestellt hat, tritt die Raumfähre ihren Rückflug zur Erde an.

Die Shuttle-Astronauten hatten drei Außeneinsätze absolviert, um die Solarflügel zu installieren und Wartungsarbeiten durchzuführen. Beim zweiten Ausstieg ging es um die Montage einer externen Plattform, auf der künftig Paletten mit Ersatzteilen und anderen Vorräten für die ISS gelagert werden sollen. Die Halterung dafür ließ sich aber nicht ausreichend bewegen. Beim dritten Außeneinsatz wendeten die Astronauten auf Anweisung der Nasa etwas mehr Gewalt an, aber die Halterung blieb störrisch. Die Vorratskammer soll nun bei einer der nächsten Shuttle-Missionen repariert werden.

Künftig wird auch mehr Trinkwasser unabhängig von Transportflügen zur Station nötig sein. Deshalb hatte ein Shuttle im November eine hochmoderne Anlage mitgebracht, die Wasser aus der Atemluft und Urin in Trinkwasser verwandeln soll. Nachdem die Einrichtung lange nicht richtig funktionierte, wurden die Probleme mit einer von der "Discovery" mitgebrachten Destillierungszentrifuge gelöst.

Auch sonst verlief der Flug durchaus ereignisreich. Eine Zeit lang sah es so aus, als könne ein Stück Weltraumschrott der "Discovery" und der ISS gefährlich nahe kommen. Auch beim Start der "Discovery" gab es einen, wenn auch weniger gefährlichen, Zwischenfall: Eine Fledermaus hatte sich am Außentank festgeklammert und war mit ins All geflogen.

Am Donnerstag soll eine Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS starten. Zu den Insassen gehört der US-Milliardär Charles Simonyi, der bereits zum zweiten Mal als Weltraumtourist ins All reisen wird. Der Software-Milliardär bezahlt 35 Millionen Dollar (rund 26 Millionen Euro) für die zwölftägige Reise, zehn Millionen Dollar mehr als für seinen ersten Trip im Frühjahr 2007.

mbe/dpa/AFP



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