Abschied vom All Shuttle-Astronauten beenden letzten Außeneinsatz

Die USA schließt ein Kapitel Raumfahrtgeschichte: Zum letzten Mal haben Mitglieder einer Shuttle-Crew an der Außenseite der Internationalen Raumstation ISS gearbeitet. Da durften ein paar gefühlsbetonte Abschiedsworte nicht fehlen.

Greg Chamitoff, Mike Fincke: "Raumstation ist der Gipfel menschlicher Errungenschaften"
REUTERS/ NASA

Greg Chamitoff, Mike Fincke: "Raumstation ist der Gipfel menschlicher Errungenschaften"


Rund 140 Mal sind Astronauten eines amerikanischen Space Shuttle zu Außeneinsätzen ins All ausgestiegen. Am Freitag zog die Nasa auch unter dieser Statistik den Summenstrich: Zum letzten Mal haben Space-Shuttle-Besatzungsmitglieder einen Außeneinsatz im Weltall unternommen. Die "Endeavour"-Astronauten Michael Fincke und Greg Chamitoff hielten sich am Freitag knapp siebeneinhalb Stunden im Freien auf, um die Internationale Raumstation ISS auf Vordermann zu bringen. Zwar plant die Nasa noch einen letzten Shuttle-Flug - die "Atlantis"soll im Juli abheben -, aber dabei steht kein Außeneinsatz mehr auf dem Programm.

Es war der vierte Ausstieg der "Endeavour"-Mission. Als Hauptaufgabe beim Finale verhalfen die beiden Astronauten einem Roboterarm auf der russischen Seite der ISS zu einer größeren Reichweite. Dazu wurde ein mit einer Kamera und Sensoren ausgestatteter 15 Meter langer Mast der "Endeavour" außen an die ISS montiert. Der Roboterarm kann ihn nun, wenn nötig, greifen und sich damit praktisch selbst verlängern.

Chamitoff hielt eine kleine Rede, als sich der Ausstieg dem Ende näherte. "Die "Endeavour" war der erste Shuttle, der zum Bau der Station kam", sagte er. "Und so passt es, dass sie hier ist, um die Montage zu beenden." Und dann geriet er wirklich ins Schwärmen. "Diese Raumstation ist der Gipfel menschlicher Errungenschaften und internationaler Zusammenarbeit. Zwölf Jahre Bau und 15 Länder, und nun ist sie der strahlendste Stern am Himmel und hoffentlich die Türschwelle zu unserer Zukunft. In diesem Sinne Glückwunsch an alle zur Vollendung der Montage."

Die "Endeavour" soll am 29. Mai von der ISS abdocken, um am 1. Juni für immer zur Erde zurückzukehren. Die Raumfähren werden nach der "Atlantis"-Reise im Juli ausgemustert und in Museen ausgestellt. Für die amerikanischen Astronauten bedeutet das jedoch nicht das Ende des Einsatzes. Sie sollen künftig zunächst mit russischen "Sojus"-Kapseln ins All gelangen und später mit Raumfahrzeugen, die von Privatunternehmen entwickelt wurden.

Der Außeneinsatz am Freitag setzt auch eine andere historische Marke. Insgesamt haben Astronauten nunmehr über tausend Stunden lang draußen an der Internationalen Raumstation gearbeitet, seit ihre Montage 1998 begann. Die Zahl 1000 wurde rund fünf Stunden nach dem Ausstieg am Freitag erreicht.

wbr/dapd



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