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29. August 2011, 09:51 Uhr

Absturz eines Raumtransporters

ISS-Astronauten müssen Heimkehr verschieben

Der Absturz eines russischen Raumschiffes hat Folgen für die internationale Raumstation: Ein Teil der Besatzung muss die Rückkehr zu Erde verschieben. Sie soll nun elf Tage später zurückkommen - doch sicher ist das nicht.

Moskau - Wegen des Absturzes eines Transportraumschiffes am vergangenen Mittwoch verschiebt sich die Rückkehr von drei Besatzungsmitgliedern der Internationalen Raumstation ISS zur Erde. Die Vorbereitungen seien ausgesetzt worden, teilte das Flugleitzentrum den Kosmonauten Alexander Samokutjajew und Andrej Borissenko sowie dem US-Astronauten Ronald Garan mit. Die drei Männer sollen nun erst am 19. September statt wie geplant am 8. September zur Erde zurückkehren - voraussichtlich, wie es heißt. Das meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Flugleitzentrums.

Auch der Start der nächsten ISS-Missionen verzögere sich entsprechend, hieß es. Am 22. September sollten drei Raumfahrer in einer Sojus-Kapsel zur ISS fliegen. Der Rest der aktuellen Besatzung - ein Russe, ein Amerikaner und ein Japaner - sollte dann im November heimkehren. Eine offizielle Entscheidung über diese Verschiebung werde schon bald bekanntgegeben, teilte das Flugleitzentrum der Crew mit.

Am Mittwochabend war ein unbemannter Transporter vom Typ Progress kurz nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur über dem Osten Russlands abgestürzt. Der Grund war eine Fehlzündung der Sojus-Trägerrakete. Noch immer sind die Trümmer des Raumfrachters nicht entdeckt worden. Suchtrupps des Zivilschutzministeriums überprüften weitere Gebiete im Altai-Gebirge in Südsibirien, wo das Schiff zerschellt ist.

Mehr als 100 Millionen Euro Schaden könnte der Absturz der "Sojus"-Rakete verursacht haben. Europas Raumfahrtchef Jean-Jacques Dordain verlangt kurzfristig Informationen von den Russen. Er habe dem Chef der Weltraumagentur Roskosmos, Wladimir Popowkin, einen Brief geschrieben, sagte Dordain im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: "Ich habe ihn gebeten, mir seine Einschätzung der Lage mitzuteilen." Er erwarte bis zum 8. September eine Antwort, so Dordain.

Schon einen Tag später soll nämlich am Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana die Betankung einer "Sojus"-Rakete beginnen. Sie soll Ende Oktober zwei Satelliten des europäischen Navigationssystems "Galileo" ins All bringen. Doch wird der Termin zu halten sein? Einstweilen halte man am geplanten Start fest, sagte der Esa-Chef. Nun seien aber die Russen bei der Fehlersuche gefragt.

boj/dpa

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