Held der Sowjetunion Erster Weltraumspaziergänger Alexej Leonow ist tot

Er war der erste Mensch, der frei im All schwebte und wurde dadurch weltbekannt. Nun ist Alexej Leonow im Alter von 85 Jahren gestorben.

Alexej Leonow am 1. Juli 1975: "Es war wunderschön"
Tass/dpa

Alexej Leonow am 1. Juli 1975: "Es war wunderschön"


In der Sowjetunion war Alexej Leonow ein Held. Weltberühmt wurde er, als er vor 54 Jahren aus dem Raumschiff "Woschod-2" ausstieg und mehrere Minuten frei im All schwebte. Das hatte vor ihm noch niemand getan. Nun ist der Kosmonaut im Alter von 85 Jahren gestorben. Das meldeten russische Nachrichtenagenturen am Freitag unter Berufung auf seine Assistentin.

Der Raumfahrer sei einer schweren Krankheit erlegen, hieß es. Er starb demnach in einem Krankenhaus in Moskau.

Millionen Menschen saßen am 18. März 1965 gebannt vor ihren Radios und Fernsehgeräten, als Leonow als erster Mensch im All schwebte, gesichert durch ein fünf Meter langes Kabel. Während des zwölfminütigen Einsatzes hatte der Raumfahrer einen atemberaubenden Blick auf die Erde. "Es war wunderschön", erinnerte es sich einst.

Komplikationen bei der Rückkehr in die Kapsel

Mitten im Kalten Krieg lieferten sich die Sowjetunion und die USA ein Wettrennen um die Vorherrschaft im All. Leonow trainierte 18 Monate lang für seine historische Mission und kam den Amerikanern zehn Wochen zuvor.

Alexey Leonow im Jahr 2015: "Zwischen Astronauten haben niemals Grenzen existiert"
Martial Trezzini/epa/dpa

Alexey Leonow im Jahr 2015: "Zwischen Astronauten haben niemals Grenzen existiert"

Bei dem Einsatz lief allerdings nicht alles glatt. Bei Leonows Rückkehr in die Raumkapsel passte er nicht mehr durch die Luke, weil sich sein Raumanzug wie ein Ballon aufgebläht hatte, wie er später schilderte. Er behielt die Nerven, ließ vorsichtig Luft ab und gelangte schließlich wieder in die Kapsel.

1975 schrieb der Kosmonaut nochmals Geschichte, als es erstmals ein Treffen zwischen Sowjet-Kosmonauten und US-Astronauten im All gab. Am 17. Juli koppelte ein "Apollo"-Raumschiff an eine "Sojus"-19-Kapsel an. Leonow und der US-Kommandant Thomas Stafford gaben sich die Hände.

Nachruf auf Sigmund Jähn

Beide Crews arbeiteten anschließend zwei Tage lang unter der Leitung Leonows zusammen. "Zwischen Astronauten haben niemals Grenzen existiert", sagte Leonow. "Der Tag, an dem auch Politiker dies begreifen, wird unseren Planeten für immer verändern."

Leonow erhielt zweimal die Auszeichnung "Held der Sowjetunion" und war Autor mehrerer Bücher. Zudem zeichnete er gern.

Erst vor wenigen Wochen ist einer von Leonows Kollegen, der deutsche Kosmonaut Sigmund Jähn, im Alter von 82 Jahren gestorben. Jähn war am 26. August 1978 mit der sowjetischen Kapsel "Sojus 31" als erster Deutscher ins All geflogen - und hatte damit das Deutsch-Deutsche Wettrennen um den ersten Mann im All für die DDR entschieden (einen Nachruf lesen Sie hier).

jme/dpa/AFP



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