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Andromeda-Galaxie: Sternengeburten und kosmische Todesfälle

Foto: ESA / Herschel / PACS / SPIRE / J.Fritz, U.Gent / XMM-Newton/ EPIC / W. Pietsch / MPE

Andromeda-Galaxie Astronomen spionieren schöne Nachbarin aus

Es ist der bislang genaueste Blick auf unsere kosmische Nachbarschaft: Zwei Weltraumteleskope haben die Andromeda-Galaxie gemeinsam ins Visier genommen. Die faszinierenden Bilder zeigen, wo neue Sterne entstehen.

Die Andromeda-Galaxie gehört zu den meistbeobachteten Objekten am Himmel. Mit 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung ist sie die nächste große Nachbarin unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße - und sie ist mit mehreren hundert Milliarden Sternen auch ähnlich groß.

Jetzt haben die Weltraumteleskope "Herschel" und "XMM-Newton" die bisher präzisesten Fotos der Andromeda-Galaxie geschossen. Auf dem daraus kombinierten Falschfarbenbild sind riesige Ringe der Sternentstehung und die Röntgenstrahlung sterbender Sterne zu sehen.

"Herschel" habe die bislang detaillierteste Infrarotaufnahme unserer Nachbarin im Kosmos gewonnen, erklärt die Esa. Sie belege, dass es nicht nur einen großen Ring der Sternentstehung in der Andromeda-Galaxie gebe, sondern mindestens fünf.

Im Infrarotbereich leuchten vor allem Wolken aus Staub und Gas. In ihrem Inneren entstehen Sterne - in einem Prozess, der Äonen in Anspruch nehmen kann. Mitunter dauert es Hunderte Millionen Jahre, bis die Schwerkraft genug Material zusammengezogen hat, um einen neuen Stern entstehen zu lassen. Hat der neue Himmelskörper eine ausreichend große Dichte erreicht, zündet in seinem Inneren die Kernfusion. Er bläst dann das restliche Material aus seiner Umgebung weg und ist dann auch mit optischen Teleskopen zu sehen.

Das Röntgenteleskop "XMM-Newton" lichtete Hunderte Röntgenquellen in dem Sternsystem ab - und machte so sichtbar, was am Ende des Lebens von Sternen geschieht. Auf den Bildern sind unter anderem die Schockwellen von Supernovae und Sternleichen zu erkennen, die kontinuierlich Gas von Nachbarsternen absaugen. Dieses Gas erhitzt sich beim Sturz auf den ausgebrannten Stern so stark, dass es starke Röntgenstrahlung aussendet. Saugt der Sternenrest zu viel fremdes Gas an, kann er explodieren.

Weder die Infrarot- noch die Röntgenstrahlung lässt sich vom Erdboden aus beobachten, da beide von unserer Atmosphäre verschluckt werden. Die Beobachtungen der Weltraumteleskope sollen daher das Bild vom Lebenslauf der Sterne vervollständigen.

mbe/dpa

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