"Apollo"-Missionen Bilder zeigen Astronauten-Spuren im Mondstaub

Als die ersten Astronauten auf dem Mond landeten, hinterließen sie Spuren - die auch rund 40 Jahre später noch sichtbar sind. Neue Aufnahmen einer Sonde zeigen sie nun in bisher unerreichter Schärfe. Die Bilder sollen bei der Auswahl neuer Mond-Landeplätze helfen.

NASA/ ASU

Die Landungen von US-Astronauten auf dem Mond haben sichtbare Spuren auf dem Erdtrabanten hinterlassen. Nun hat eine Nasa-Sonde die bisher schärfsten Bilder von den Landeplätzen einiger "Apollo"-Missionen gemacht. Die Fotos der Sonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) entstanden aus 21 bis 25 Kilometern Höhe. Zu sehen ist, welche Wege die Astronauten vor rund 40 Jahren gingen und wohin sie mit ihren Mondautos fuhren. Die Experten konnten selbst die Rucksäcke identifizieren, die die Astronauten zurückließen, bevor sie den Rückflug zur Erde antraten.

"Was wir sehen, ist ein Weg", sagt Mark Robinson von der University of Arizona, der Chefwissenschaftler des "LRO". "Das ist total beeindruckend." Die Fotos zeigen aber nicht die einzelnen Fußabdrücke. Die Aufnahmen entstanden vor rund zwei Wochen und zeigen die Landeplätze der Mond-Missionen "Apollo" 12, 14 und 17. Die schärfsten Aufnahmen gibt es vom Landeplatz von "Apollo" 17, der letzten Mondmission von 1972. Gegenüber früheren Aufnahmen dieser Landestellen aus dem Jahr 2009 könne man auch besser erkennen, wo die Astronauten die wissenschaftlichen Instrumente deponiert hatten.

Nostalgie und Enttäuschung

Der Kommandant von "Apollo" 17, Eugene Cernan, meinte, durch die Fotos habe er die Chance, sich an die Tage von damals zu erinnern, "mit einem Hauch Nostalgie und Enttäuschung". Enttäuscht sei er vor allem deshalb, weil er es wohl nicht noch einmal erleben werde, dass Menschen wieder auf den Mond fliegen.

40 Jahre nach den Landungen scheint sich nicht viel Staub auf den Spuren abgesetzt zu haben. Es werde wohl 10 bis 100 Millionen Jahre dauern, bis sie bedeckt seien, sagt Robinson

Die größte Bedeutung der Bilder liege darin, dass man nun zahlreiche Orte auf der Mondoberfläche in nie zuvor erreichter Auflösung erkunden könne, sagen die Forscher. Wichtig sei dies unter anderem für die Auswahl von Landeplätzen für zukünftige unbemannte Missionen.

Die bisher genauesten Aufnahmen der Mondoberfläche wurden möglich, weil die Nasa die Flughöhe der Mondsonde "LRO" von normalerweise 50 auf streckenweise nur noch 21 bis 25 Kilometer absenkte. "Dafür haben wir den Orbit der Sonde elliptischer gemacht, so dass der niedrigste Teil dieser Ellipse auf der von der Sonne beschienenen Seite des Mondes liegt", erklärt Projektforscher John Keller vom Goddard Space Flight Center. Das habe die Sonde in eine perfekte Position gebracht, um die neuen Aufnahmen der "Apollo"-Landeplätze zu erstellen

wbr/dapd



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