April 2029 Asteroid mit bloßem Auge sichtbar

Wer am 13. April 2029 in den Abendhimmel blickt, könnte ein seltenes Ereignis erleben. Ein Asteroid von 320 Metern Durchmesser rast so knapp an der Erde vorbei, dass er Berechnungen von Astronomen zufolge mit bloßem Auge zu sehen sein wird.

Der Gesteinsbrocken mit dem Namen 2004 MN4 geriet im vergangenen Juni erstmals ins Visier der Astronomen. Eine Zeitlang glaubten sie sogar, das Geschoss könne die Erde treffen. Im Dezember gab die Nasa die Einschlagswahrscheinlichkeit noch mit 1 zu 60 an. Kurz darauf gab es dann Entwarnung.

Ende Januar führte das Arecibo Observatory auf Puerto Rico genauere Messungen durch. Damit steht jetzt fest: In 24 Jahren kommt es zu einem haarscharfen Vorbeiflug mit ziemlich genau 30.000 Kilometern Abstand. Manche von Menschen ins All geschossene Satelliten sind weiter von der Erde entfernt. Und bei dieser Nähe eines so großen Objektes wird kein Fernrohr nötig sein, um 2004 MN4 zu sehen.

"Von den zehn Asteroiden, die uns bisher so nahe gekommen sind, ist 2004 MN4 das mit Abstand größte Objekt", sagte Steve Chesley vom Nasa Jet Propulsion Laboratory dem Internetdienst "Space.com". Nur zwei Asteroiden seien der Erde näher gekommen, doch die hätten nur etwa die Größe eines Hauses gehabt. Damit blieben sie für das bloße Auge unsichtbar.

Wie ein Stern von mittlerer Helligkeit

Der Vorbeiflug von 2004 MN4 wird in Europa, Afrika und im westlichen Asien zu beobachten sein, dabei passiert er das Sternbild Krebs. Chesley gab an, dass der Asteroid wie ein Stern von mittlerer Helligkeit leuchten werde. Damit könne es für Bewohner hell erleuchteter Städte schwierig werden, ihn zu beobachten, doch auf dem Land solle es bei klarem Himmel keine Schwierigkeiten geben.

Chesley und seine Nasa-Kollegen haben errechnet, dass es im Schnitt nur alle 1300 Jahre zu einem solchen Ereignis kommt. 2004 MN4 befindet sich auf einer Kreisbahn um die Sonne, die er innerhalb von 323 Tagen umrundet. Sein Orbit liegt dabei zum größten Teil innerhalb der Bahn, auf der die Erde kreist. Allerdings wird die Gravitation der Erde bei der Beinahebegegnung die Bahn von 2004 MN4 verändern.

Der Astronom Chesley ist sich sicher, dass zumindest im 21. Jahrhundert keine Gefahr mehr von 2004 MN4 ausgeht. Der Einschlag eines Objektes von dieser Größe hätte auch keine globalen Folgen, sondern würde nur regionale Zerstörungen anrichten.

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