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"Ares-I-X" Neue Nasa-Rakete erfolgreich gestartet

Die US-Weltraumbehörde hat ihre neue Rakete "Ares-I-X" mit Erfolg getestet. Selbst gestandene Nasa-Manager waren gerührt. Doch trotz des furiosen Starts ist die Zukunft des 100 Meter langen Fluggeräts weiter ungewiss.

Washington - Mit einiger Verzögerung, hat die Nasa ihre neue Rakete "Ares-I-X" doch noch erfolgreich getestet. Am Dienstag war der Start wegen schlechten Wetters immer wieder verschoben worden, und auch am Mittwoch gab es weitere Verzögerungen. Schließlich sollten die Voraussetzungen möglichst gut sein, damit die 700 an der Rakete angebrachten Sensoren ausreichend gute Daten liefern können.

Doch gegen 16 Uhr 30 deutscher Zeit stieg die 100 Meter hohe "Ares-I-X" dann in den Himmel von Florida, auf einem gut zweiminütigen Testflug, der erste Aufschlüsse über die Stabilität und Sicherheit der Rakete bringen soll. Es war das erste Mal seit beinahe 30 Jahren, dass die Nasa eine neue Rakete testete. Der Flug war suborbital, das heißt, dass die Rakete nicht die Erdumlaufbahn erreichte. Die Nasa erklärte, die Rakete habe rund 45 Kilometer Höhe erreicht. Dann seien die Attrappen der zweiten Stufe und des "Orion"-Raumschiffs an der Spitze abgetrennt worden. Die erste Stufe, die eigentlich von einem Space Shuttle stammt, fiel durch einen Fallschirm gebremst in den Atlantik. Dort soll sie von einem Nasa-Schiff aufgesammelt werden.

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"Ares 1-X": Flug in eine ungewisse Zukunft

Foto: MATT STROSHANE/ AFP

"Das war unglaublich, das war fantastisch. Ich habe Tränen in den Augen", sagte der Chef des Kennedy Space Centers, Bob Cabana nach dem Start. Die "Ares"-Rakete ist eine Kernkomponente des "Constellation"-Programms der Nasa. Nach den Plänen der US-Raumfahrtbehörde sollen mit ihrer Hilfe ab 2016 Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS befördert werden. In der Zwischenzeit sind ISS-Besucher auf die russischen Sojus-Kapseln angewiesen, wenn die Nasa ihre Shuttles wie geplant einmottet.

"Ares"-Raketen gelten auch als wichtige Säule bei den Nasa-Plänen für eine Rückkehr zum Mond und eine mögliche künftige bemannte Mars-Mission. Allerdings ist offen, ob diese Vorhaben jemals in die Tat umgesetzt werden. Eine von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Kommission zur Prüfung aller laufenden und geplanten Programme ist kürzlich zu dem Schluss gekommen, dass sich die Nasa die ehrgeizigen Projekte nicht leisten kann.

Obama hat über die Zukunft der Programme noch nicht entschieden. Die Nasa hofft, mit einem erfolgreichen Testflug ihr "Constellation"-Projekt vor dem Rotstift zu bewahren. Der Test am Mittwoch kostete 445 Millionen Dollar.

chs/AFP/dpa/AP/Reuters/ddp

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