Satellitenbild Temperaturanstieg in der Arktis lässt sich nicht mehr aufhalten

Selbst wenn die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens umgesetzt werden: Die Temperaturen in der Arktis werden laut Uno bis 2050 um mindestens drei Grad Celsius steigen. Bleibt die Beringstraße bald eisfrei?
Satellitenaufnahme der Beringstraße

Satellitenaufnahme der Beringstraße

Foto: ESA

Die Beringstraße ist eine schmale Meerenge, die Russland von Alaska trennt. Normalerweise ist sie im Frühjahr mit Eis bedeckt - nicht so in diesem Frühjahr, wie Aufnahmen des europäischen Erdbeobachtungssatelliten "Sentinel 1" vom 7. März zeigen. Die rund 80 Kilometer, die den Pazifik und den Arktischen Ozean verbinden, sind nahezu eisfrei. Die wenigen Eisflächen sind in einem hellen Blau zu sehen.

Laut einer Analyse der Uno  könnte das in Zukunft häufiger passieren. Demnach werden die Temperaturen in der Arktis im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bis 2050 um mindestens drei bis fünf Grad Celsius im Jahresmittel steigen - selbst wenn die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erfüllt und der globale Ausstoß an Treibhausgasen massiv gesenkt werden würde. Bis 2080 seien sogar Temperaturanstiege von bis zu neun Grad Celsius möglich, heißt es in dem Bericht, der während der Uno-Umweltkonferenz vorgestellt wurde.

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Das Klimaabkommen wurde Ende 2015 in Paris beschlossen. Es sieht vor, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Ob die vereinbarten Klimaschutzziele tatsächlich erreicht werden, ist fraglich. (Mehr dazu lesen Sie hier)

Die Folge: Die Eismassen schmelzen, und der Permafrostboden taut. "Die Veränderungen in der Arktis schreiten schnell voran, und sie werden globale Auswirkungen haben, die uns alle betreffen", schreiben die Forscher. In den teilweise Hunderte Meter dicken Permafrostschichten der Arktis sind seit der letzten Eiszeit gigantische Mengen Biomasse aus abgestorbenen Pflanzen konserviert. Sobald sie tauen, beginnt die Zersetzung durch Mikroorganismen - und zusätzliche Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan werden frei.

Das Tauen der Permafrostböden gilt daher als möglicher sogenannter Kipppunkt im globalen Klimasystem. Damit sind Effekte gemeint, die die Erderwärmung bei Überschreiten bestimmter Schwellen trotz aller von Menschen unternommenen Gegenmaßnahmen unumkehrbar machen könnten.

Laut der Europäischen Weltraumorganisation Esa gibt es derzeit im Beringmeer so wenig Eis wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Normalerweise wächst der Eisschild bis April, je nach der Wind- und Wellenbewegung. Auch im vergangenen Jahr war es in der Arktis ungewöhnlich warm. Doch die Ausbreitung des Meereises hat laut Esa in diesem März ein neues Rekordtief erreicht.

koe
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