Artemis-Mission Nasa will doch noch im September zum Mond starten

Nach zwei vergeblichen Versuchen präsentiert die US-Weltraumbehörde Nasa einen neuen Plan für die Mondmission Artemis. Schon in diesem Monat könnte der Start gelingen – wenn zuvor noch ein Notfallsystem getestet wird.
Fernreise: Die unbemannte Orion-Kapsel, im Bild von Dienstag an der Spitze der SLS-Rakete auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral, soll bis zu 64.000 Kilometer hinter den Mond kommen

Fernreise: Die unbemannte Orion-Kapsel, im Bild von Dienstag an der Spitze der SLS-Rakete auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral, soll bis zu 64.000 Kilometer hinter den Mond kommen

Foto: Chandan Khanna / AFP

Nach der Verschiebung ihrer Mondmission Artemis 1 fasst die US-Raumfahrtbehörde Nasa nun den 23. oder 27. September als mögliche Termine für den nächsten Startversuch ins Auge. Das Zeitfenster für den Start der SLS-Mondrakete und ihrer unbemannten Orion-Kapsel sei »am 23. September um 06.47 Uhr Ortszeit (12.47 MESZ) für 80 Minuten geöffnet, das am 27. September um 11.37 Uhr (17.37 MESZ) für 70 Minuten«, sagte der Nasa-Manager Jim Free am Donnerstag.

50 Jahre nach der bislang letzten Mondlandung will die Nasa mit der Artemis-1-Mission erneute Reisen von Menschen zum Mond vorbereiten. Bei der Space-Launch-System-Rakete (SLS) handelt es sich laut Nasa um »ein gänzliches neues Vehikel und eine gänzlich neue Technologie«, die nicht nur die Rückkehr des Menschen zum Erdtrabanten ermöglichen soll, sondern auch die Vorbereitung auf eine Reise zum Mars.

Zwei frühere Startversuche waren Anfang September kurz vor dem geplanten Start vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida jeweils wegen eines Treibstofflecks abgeblasen worden. Die neuen Termine wurden laut Nasa gewählt, um einen Konflikt mit der Asteroidenmission »Dart« zu vermeiden.

Zeitplan hängt an Batterietests

Die Starttermine hängen Nasa-Angaben zufolge nun jedoch noch davon ab, ob die Behörde eine Ausnahmegenehmigung für Batterietests eines Notfallsystems erhält, mit dem die Rakete zerstört werden kann, falls sie von ihrem Kurs abweicht. Müssen die Batterien erneut getestet werden, muss der Starttermin wohl um mehrere Wochen verschoben werden.

Die Nasa-Techniker arbeiten außerdem noch am Austausch von Dichtungen, um das Problem des Wasserstofflecks zu beheben, wie der Leiter der Bodensysteme, Mike Bolger, erklärte. Die Arbeit könnte seinen Angaben zufolge rasch abgeschlossen sein, sodass einem Betankungstest am 17. September nichts mehr im Weg stünde.

Neue Mondanzüge bestellt

Neue Anzüge für den Ausflug zum Mond bestellte die Nasa unterdessen bei Axiom Space. Die US-Firma, die unter anderem mit der Nasa schon an kommerziellen Raumstationsmodulen arbeitet und im April vier Laien-Astronauten  zur Raumstation ISS schickte, sei in der ersten Ausschreibung dieser Art ausgewählt worden, teilte die Nasa mit. Der Auftrag hat einen Wert von rund 229 Millionen Dollar.

Die Raumanzüge, die die Nasa-Astronauten derzeit auf der ISS tragen, sind schon viele Jahre alt. Zudem sorgten Vorfälle, bei denen sich bei Außeneinsätzen Wasser in Helmen ansammelte, für Sorgen. Unter anderem war der deutsche Astronaut Matthias Maurer von diesem Problem betroffen. Die Entwicklung neuer Raumanzüge war schon lange geplant, hatte sich aber wegen verschiedener Probleme immer weiter verzögert.

Für die zunächst anstehende Mission Artemis 1 ist geplant, dass die SLS-Rakete eine unbemannte Orion-Kapsel ins All bringt. Danach soll die Kapsel den Mond in rund hundert Kilometern Entfernung umkreisen und anschließend bis zu 64.000 Kilometer hinter den Mond vordringen – das wäre ein Rekord für ein Raumschiff, das Menschen befördern soll.

Die Artemis-1-Mission soll mehrere Wochen dauern. Deutschland leistet unter anderem mit dem hauptsächlich hierzulande gebauten Service- und Antriebsmodul von Orion einen Beitrag zu der Nasa-Mission. Das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln fertigte zwei menschenähnliche Puppen für die Mission an, mit denen die Flugbedingungen getestet werden.

Die Folgemission Artemis 2 soll Astronauten in die Mondumlaufbahn bringen, bevor mit Artemis 3 die Mondlandung glückt – nach heutigem Stand frühestens 2025. Bislang waren zwölf Nasa-Astronauten mit dem Apollo-Programm zwischen 1969 und 1972 auf dem Mond, alles weiße Männer. Auch das soll sich mit Artemis ändern.

ak/AFP/dpa-AFX
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