»Artemis«-Programm Nasa stellt Raumfahrer für Mondmission vor

Die Nasa will wieder Menschen auf den Mond schicken. Nun hat die US-Regierung ein Team aus 18 Personen vorgestellt. Unter ihnen ist die erste Frau, die eines Tages den Erdtrabanten betreten könnte.
Die Astronautinnen Jessica Meir (l.) und Christina Koch auf der ISS

Die Astronautinnen Jessica Meir (l.) und Christina Koch auf der ISS

Foto: NASA

Es waren markige Worte, die Vizepräsident Mike Pence wählte, als er am Mittwoch im Kennedy Space Center der Nasa in Florida 18 Astronauten benannte, die für die geplante Mondmission infrage kommen. »Hier zeige ich euch die Helden der Zukunft. Sie werden uns zurück zum Mond und darüber hinaus bringen«, so Pence.

Bevor Pence zusammen mit Präsident Donald Trump im nächsten Monat sein Amt abgibt, stellte er zusammen mit Nasa-Chef Jim Bridenstine neun Frauen und neun Männer vor, die für das »Artemis«-Programm zum Mond fliegen könnten. »Dies ist der erste Kader«, sagte Bridenstine. Er teilte aber mit, dass es in Zukunft noch mehr Teams geben wird. Bislang waren alle Astronauten, die den Mond betraten, Männer. Unter den jetzt vorgestellten Astronautinnen könnte nun auch die erste Frau auf dem Erdtrabanten sein.

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Die Mission ist für das Jahr 2024 geplant, sie könnte sich aber verschieben. Viele Experten halten Zeitplan und Finanzierung für unrealistisch. Möglicherweise wird der Plan nach dem Amtsantritt des designierten Präsidenten Joe Biden am 20. Januar zurückgestellt. Es ist das erste Mal seit den Siebzigerjahren, dass die USA wieder Menschen auf die Mondoberfläche bringen will. Perspektivisch will die Nasa auch Menschen zum Mars schicken.

Der erste Schritt ist die Einrichtung der »Lunar Orbital Platform-Gateway«. Diese modulare Raumstation soll in der Umlaufbahn des Mondes kreisen und Mondlandungen ermöglichen. Später soll sie auch als Ausgangspunkt für Flüge zum Mars dienen. Von der Plattform sollen zudem Roboter gesteuert werden, die Daten über die Mondoberfläche sammeln.

Der erste bemannte Flug ist für 2023 geplant. Er soll die Astronautinnen und Astronauten aber nur am Mond vorbeiführen. Eine Landung ist, genau wie 1968 bei der »Apollo 8«-Mission nicht geplant. Erst »Artemis 3« soll die Crew auf die Oberfläche bringen und voraussichtlich in der Nähe des Südpols aufsetzen.

Die Nasa machte keine Angaben, welche Astronauten für welche Missionen eingesetzt werden sollen. Aber einige aus dem Team haben bereits wichtige Erfahrungen gesammelt. Christina Koch und Jessica Meir nahmen letztes Jahr am ersten reinen Frauen-Raumspaziergang teil. Koch stellte auch den Rekord für den längsten Nonstop-Aufenthalt einer Frau im Weltraum auf. Sie flog im März 2019 zur ISS und blieb 328 Tage dort. Victor Glover war der erste afroamerikanische Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS. Er ist seit November im All.

Auch China plant eine bemannte Landung auf dem Mond. Die junge Raumfahrtnation hat ein ambitioniertes Mondprogramm, das bereits mit einer Landung auf der erdabgewandten Mondseite und zwei Roboterautos für Schlagzeilen gesorgt hat. Zuletzt war die »Chang'e 5«-Mission erfolgreich, mit der erstmals seit Jahrzehnten wieder Mondgestein auf die Erde gebracht wurde.

joe/Reuters
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