Himmelsphänomen Asteroid hat eine Million Kilometer langen Schweif

Asteroid P/2010 A2 wurde vor drei Jahren entdeckt - jetzt kamen Forscher seinem leuchtenden Geheimnis auf die Spur: Er ist X-förmig und zieht einen Schweif von einer Million Kilometer Länge hinter sich her.
Asteroid P/2010 A2: X-förmiges Gebilde mit überraschend langem Schweif

Asteroid P/2010 A2: X-förmiges Gebilde mit überraschend langem Schweif

Foto: AFP/ NASA/ ESA/ UCLA

Rund dreimal von der Erde bis zum Mond: So weit erstreckt sich nach Erkenntnissen amerikanischer Wissenschaftler der Schweif des Asteroiden P/2010 A2. Forscher verschiedener US-Universitäten und Institute haben den Himmelskörper mit einem Teleskop im Bundesstaat Arizona untersucht und eine Länge des Schweifs von etwa einer Million Kilometern festgestellt. Das Ausmaß sei damit weit größer als bisher angenommen, teilte das National Optical Astronomy Observatory am Montag mit.

Die Schweiflänge von einer Million Kilometer ist für Asteroiden nicht unbedingt ungewöhnlich. Es wurden bereits Kometen entdeckt, deren Schleppe 300-mal länger war.

Wissenschaftler hatten P/2010 A2 vor mehr als drei Jahren entdeckt. Er weist den Angaben nach eine für Asteroiden ungewöhnliche X-Form mit einem langen Schweif auf. Wie diese Form zustande kommt, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Während eine Theorie besagt, dass die Form durch die eigene Rotation des Himmelskörpers entstanden ist, geht eine andere von einer Kollision von P/2010 A2 mit einem weiteren Asteroiden aus. Dadurch soll der Schweif aus Trümmerstücken entstanden sein.

Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung kamen in einer früheren Untersuchung zu dem Ergebnis, dass sich dieser Crash Anfang 2009 ereignet hatte. Demnach war der Asteroid ursprünglich 120 Meter dick, als er mit einer Geschwindigkeit von 17.700 Kilometern pro Stunde auf einen deutlich kleineren Asteroiden prallte. Ort des Zusammenstoßes war nach Angaben der Wissenschaftler der Asteroidengürtel, der sich zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter befindet.

Asteroiden, auch Planetoiden genannt, gelten als Überreste aus der Frühzeit unseres Sonnensystems. Sie sind übriggebliebener Baustoff von Planeten und Monden. Ihre genaue Zusammensetzung ist daher für Astronomen besonders interessant. Sie erhoffen sich von diesen Himmelskörpern Erkenntnisse über die Entstehung unseres Planetensystems. Asteroiden haben - im Gegensatz zu Kometen - normalerweise keinen Schweif.

che/dpa
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