Asteroiden-Vorbeiflug Das war knapp

Das All ist alles andere als leer. Brocken aus Stein und Eis sausen ständig durchs Sonnensystem, mal näher an der Erde dran, mal weiter weg. Gestern Nacht war es besonders knapp: Ein Asteroid flog in Rekordnähe an der Erde vorbei. Ein Treffer hätte riesige Verheerungen anrichten können.

Ein Asteroid ist in der Nacht zum Freitag (23.08 UHR MEZ) nach Angaben der US-Weltraumbehörde Nasa "außerordentlich nah" an der Erde vorbeigeflogen. Der Gesteinsbrocken mit einem Durchmesser von etwa 30 Metern habe die Erde in einem Abstand von 43.000 Kilometern passiert, teilte eine Sprecherin des Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena mit. Eine Kollisions-Gefahr habe nicht bestanden. Zum Vergleich: Der Mond ist rund 380.000 Kilometer von der Erde entfernt.

Noch nie ist ein Asteroid, den man vorher bereits entdeckt hatte, so nah an uns vorbeigeflogen. Der letzte Rekord lag bei 88.000 Kilometern. Bereits am Montag hatten Mitarbeiter vom LINEAR-Team im US-Bundesstaat New Mexico den Klumpen erspäht, der 2004 FH getauft wurde. Nach Angaben der Sprecherin fliegen derartige Objekte etwa alle zwei Jahre nah an der Erde vorbei, bisher allerdings ohne zuvor gesichtet worden zu sein.

Wenn man eine typische Dichte und Geschwindigkeit annimmt, hätte der Asteroid beim Verglühen in der Atmosphäre eine Energie entwickelt, die der Gewalt einer Explosion von 1,7 Megatonnen TNT entspricht, so Christian Gritzner, Experte für Asteroidenabwehr an der Technischen Universität Dresden. Das entspräche ungefähr der Wucht von 130 Hiroshima-Bomben.

"Auf der Erde wären zwar wohl keine Brocken angekommen", so Gritzner, "aber die Druckwelle hätte einigen Schaden angerichtet, wenn das über besiedeltem Gebiet passiert wäre." Der Tunguska-Asteroid, der 1909 in Sibirien Verheerungen anrichtete, war neun Kilometer über der Erdoberfläche explodiert. Er hatte ein Gebiet verwüstet, das etwa der doppelten Fläche Berlins entspricht.

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