Mitglied der Mondmission 1969 Astronaut Michael Collins ist tot

Während Neil Armstrong und Buzz Aldrin die ersten menschlichen Schritte auf dem Mond machten, flog Michael Collins um ihn herum. Nun ist der Astronaut im Alter von 90 Jahren gestorben.
Michael Collins (M.) ist tot: Mit Neil Armstrong (l.) und Buzz Aldrin (r.) gehörte er zum Team von Apollo 11

Michael Collins (M.) ist tot: Mit Neil Armstrong (l.) und Buzz Aldrin (r.) gehörte er zum Team von Apollo 11

Foto: NASA/ DPA

Der US-amerikanische Astronaut Michael Collins ist tot. Wie Collins' Familie mitteilte , starb er im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Collins gehörte zur Mondmission Apollo 11, die 1969 zum Erdtrabanten flog. Während seine Partner Neil Armstrong und Buzz Aldrin ausstiegen, um die ersten menschlichen Schritte auf dem Mond zu machen, blieb Collins in der Kommandokapsel zurück und umkreiste den Trabanten. Deswegen wurde er oft als »vergessener dritter Astronaut« bezeichnet.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

»Wir bedauern, mitteilen zu müssen, dass unser geliebter Vater und Großvater heute nach einem tapferen Kampf gegen den Krebs verstorben ist«, hieß es nun in der Mitteilung seiner Hinterbliebenen: »Wir werden ihn schrecklich vermissen. Aber wir wissen auch, wie glücklich er sich gefühlt hat, das Leben zu leben, das er gelebt hat. Wir werden seinem Wunsch nachkommen, dieses Leben zu feiern und nicht zu trauern.«

Die USA hätten einen »wahren Pionier und lebenslangen Erkundungsaktivisten« verloren, sagte der kommissarische Nasa-Chef Steve Jurczyk.

»Vergessener dritter Astronaut«

Der 1930 in Italien als Sohn eines US-Militärattachés geborene Collins hatte es nach dem Abschluss der Militärakademie West Point 1963 in die Astronautenauswahl der Nasa geschafft. Kurz darauf wurde er Pilot der »Gemini 10«-Mission, der ersten, bei der das Raumschiff an gleich zwei Satelliten nacheinander andockte. Dabei wurde er auch der erste Mensch, der sich im All von einem Flugkörper zum anderen bewegte.

1969 wurde Collins Teil der »Apollo 11«-Mission, bei der seine Kollegen Armstrong und Aldrin als erste Menschen den Mond betraten – während Collins in der Kommandokapsel »Columbia« Warteschleifen drehte. Er blieb mehr als 21 Stunden lang allein, bis seine beiden Kollegen zurückkehrten. Er verlor den Kontakt zur Missionskontrolle in Houston jedes Mal, wenn das Raumschiff die dunkle Seite des Mondes umkreiste. »Seit Adam hat kein Mensch mehr eine solche Einsamkeit erlebt wie Mike Collins«, heißt es im Missionsprotokoll, das sich auf den biblischen Stammvater bezieht.

Oft wurde Collins später als »vergessener dritter Astronaut« oder »einsamster Mensch der Geschichte« bezeichnet – auch wenn er diese Darstellung immer wieder zurückwies. »Ich weiß, dass ich ein Lügner oder Narr wäre, wenn ich sagen würde, dass ich den besten der drei Apollo-11-Sitze habe. Aber ich kann mit Wahrheit und Gleichmut sagen, dass ich mit dem, den ich habe, vollkommen zufrieden bin«, sagte Collins in einem Kommentar, der 2009 von der Nasa veröffentlicht worden war.

ptz/Reuters/AP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.