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Dunkle Materie: Karte zeigt mysteriösen All-Grundstoff

Foto: Van Waerbeke/ Heymans/ CFHTLens

Astronomie Forscher zeichnen größte Karte Dunkler Materie

Ein großer Teil des Universums besteht aus rätselhafter Dunkler Materie. Astronomen ist nun ein wichtiger Schritt gelungen, um sie besser zu verstehen: Sie erstellten eine Karte, die ihre Verteilung im All zeigt - anhand von Aufnahmen von zehn Millionen Galaxien.

Austin/Hamburg - Ein internationales Forscherteam hat nach eigenen Angaben die bislang umfangreichste Karte Dunkler Materie im Universum erstellt. Die Substanz ist nicht direkt nachzuweisen, sie kann nur indirekt über den Einfluss ihrer Schwerkraft auf sichtbare Materie festgestellt werden. Doch sie ist keineswegs selten - etwa ein Fünftel des Universums soll aus Dunkler Materie bestehen. Im Vergleich dazu ist die normale, uns bekannte Materie deutlich seltener: Sie soll etwa vier Prozent des Alls füllen. Den Rest nimmt die ebenfalls rätselhafte Dunkle Energie ein.

Die Astronomen analysierten zur Erstellung der Karte Aufnahmen von rund zehn Millionen Galaxien, wie sie auf einem Treffen der American Astronomical Society in Austin, Texas, berichteten.

Das Ergebnis sei ein "komplexes kosmisches Netz aus Dunkler Materie und Galaxien", sagten Catherine Heymans von der University of Edinburgh in Schottland und Ludovic Van Waerbeke von der University of British Columbia in Vancouver. Zu wissen, wie die Dunkle Materie verteilt ist, sei der erste Schritt, sie besser zu verstehen. Computersimulationen haben bereits eine ähnliche Verteilung vorhergesagt, wie sie nun die Karte zeigt - aber diese Annahmen zu bestätigen, war wegen der nur indirekt möglichen Messung eine Herausforderung.

Die beobachteten Galaxien liegen im Schnitt um die sechs Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Das Licht, das die Teleskope eingefangen haben, war also sechs Milliarden Jahre unterwegs - es stammt damit aus einer Zeit, als das Universum nur etwa halb so alt war wie jetzt. Weil die Dunkle Materie das Licht auf seinem Weg verzerrt, konnten die Forscher ihre Lage ermitteln.

Die Karte sehe aus wie ein "Netzwerk gigantischer dichter (weißer) und leerer (schwarzer) Regionen", heißt es in den Ergebnissen der Forscher. "Mit der Untersuchung des Lichts aus den Weiten des Universums können wir etwas darüber lernen, was es auf seiner Reise zu uns mitgemacht hat", sagte Heymans.

wbr/AFP
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