SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

06. Oktober 2011, 11:39 Uhr

Astronomie

Wasser auf der Erde könnte von Kometen stammen

Beim Vorbeifliegen hat der Komet Hartley 2 einen Blick in sein Inneres erlaubt: Mit speziellen Messinstrumenten haben Max-Planck-Forscher analysiert, dass das Wasser des Kometen dem irdischen ähnelt. Möglicherweise fungierten demnach die Himmelskörper vor Milliarden von Jahren als Wasserlieferanten.

Hamburg - Woher das Wasser auf der Erde kommt, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Messungen des Esa-Weltraumobservatoriums "Herschel" deuten jetzt darauf hin, dass Kometen Teile des heute vorhandenen Wassers auf die Erde gebracht haben könnten. Das berichten Forscher vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im südniedersächsischen Katlenburg-Lindau. Sie haben das Wasser des Kometen Hartley 2 analysiert und ihre Ergebnisse jetzt gemeinsam mit einem internationalen Autorenteam im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht.

Dass Asteroiden in der Frühzeit des Sonnensystems als Wasserlieferanten fungierten, wird schon lange vermutet, sagte MPS-Sprecherin Birgit Krummheuer. Jetzt sei erstmals ein Komet identifiziert worden, dessen Wasser dem irdischen gleiche. Kometen bestehen zu etwa 90 Prozent aus Wasser. Deshalb hätten einige wasserreiche Körper mit mehr als 1000 Kilometern Durchmesser ausgereicht, um sämtliches heute vorhandenes Wasser auf die Erde zu transportieren, sagte der Sonnensystemforscher Paul Hartogh, der die Untersuchungen geleitet hat.

Es spreche jedoch vieles dafür, dass das Wasser eher mit zahlreichen kleineren Kometen auf die Erde gelangt sein könnte. Alleine in der rund 300 Millionen Jahre dauernden Zeit des sogenannten Kometen-Bombardements (Late Heavy Bombardement) vor 4,1 bis 3,8 Milliarden Jahren könnten Millionen von Kometen auf unserem Planeten eingeschlagen sein.

Der Komet Hartley 2 aus dem sogenannten Kuipergürtel am äußeren Rand des Sonnensystems hatte sich vor rund einem Jahr auf seinem Weg um die Sonne der Erde auf etwa 18 Millionen Kilometer genähert - so dicht wie nie zuvor seit seiner Entdeckung. Deshalb seien vom Weltraumobservatorium "Herschel" aus Messungen mit Spezialinstrumenten möglich gewesen, sagte Krummheuer.

hei/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung