Astronomische Ausblicke Wunderschönes Inferno

Einen Geburtsort für Sonnen hat das Hubble-Teleskop in nie gekanntem Detailreichtum fotografiert. Der Carinanebel ist ein gigantisches Objekt, 7500 Lichtjahre von der Erde entfernt - die Bilder aus den Weiten des Alls sind von buchstäblich überirdischer Schönheit.


Das Hubble-Teleskop ist ein Phänomen: Es musste schon repariert werden, sollte aufgegeben werden, löste so irdische Proteststürme unter Wissenschaftlern aus - und liefert trotz aller Fährnisse immer wieder Bilder, die nicht nur Forscher faszinieren.

So wie diese Aufnahme des Carinanebels im Sternbild Schiffskiel: Sie ist die detaillierteste, die ein menschliches Auge jemals erblickt hat. Die fantastisch anmutende Landschaft aus Licht und Sternenstaub wird durch Winde und ultraviolette Strahlung geformt, die von Monstersternen im Inneren der Formation herrühren. Die Sterne selbst wurden in der Riesenwolke geboren, deren Überreste Hubble hier nun fotografiert hat. 50 Lichtjahre breit ist das überirdische Panorama, das Hubble da festhielt.

Der gewaltige Nebel ist geschätzte 7500 Lichtjahre weit entfernt. Das überwältigende Bild ist in Wahrheit ein Mosaik, zusammengesetzt aus 48 Einzelaufnahmen, die Hubbles Advanced Camera for Surveys gemacht hat. Damit ein so betörend-bizarres Foto entstand, wurde Farbinformation hinzugefügt, die das Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile beisteuerte. Rottöne entsprechen Schwefel-, Grüntöne Wasserstoff- und Blautöne Sauerstoffemissionen.

Gut, dass die Nasa sich entschieden hat, Hubbles Leben im All doch noch etwas zu verlängern: Ende 2008 soll es eine Reparaturmission geben, bis 2013 soll das Riesenteleskop so noch weiterarbeiten können.

cis



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