Käsespätzle für die ISS Europäischer Raumtransporter startet zum letzten Flug

Der letzte europäische Raumtransporter startet diese Woche zur ISS. "Georges Lemaître" beliefert die Besatzung der Raumstation mit Käsespätzle, Kleidung und Experimenten. Auf seinem Rückweg wird er verglühen - mit einem Haufen Müll an Bord.
Europäischer Raumtransporter ATV-5: "Georges Lemaître" soll die ISS mit Lebensmitteln und Experimentiermaterial versorgen

Europäischer Raumtransporter ATV-5: "Georges Lemaître" soll die ISS mit Lebensmitteln und Experimentiermaterial versorgen

Foto: DPA/ ESA/ David Ducros

Zum letzten Mal soll in der Nacht zum Mittwoch ein europäischer Raumtransporter zur Internationalen Raumstation ISS starten. An Bord des ATV-Frachters "Georges Lemaître" sind Experimentiermaterialien, aber auch Nahrungsmittel und Kleidung für die Besatzung.

Das Andockmanöver an die ISS ist für den 12. August vorgesehen. Das Team auf der Raumstation, auf der derzeit auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst lebt, kann sich dann auf Käsespätzle, T-Shirts und 50 Kilogramm Kaffee freuen, wie das Raumfahrtunternehmen Airbus Defense and Space vom Raumfahrtzentrum Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana mitteilte.

Grund für die Einstellung des ATV-Programms sind vor allem die knappen Kassen in Mitgliedsländern der Europäischen Weltraumorganisation (Esa). Ursprünglich war geplant, eine weitaus größere Zahl an europäischen Transportern zur ISS zu schicken. Künftig wird die ISS vor allem von US-amerikanischen und russischen Transportern versorgt.

Rekordladung beim letzten Flug

Zum wissenschaftlichen Teil der Ladung des letzten ATV (Automated Transfer Vehicle) gehört der experimentelle Laserinfrarotbildsensor Liris. Mit seiner Hilfe sollen Lenkungs-, Navigations- und Steuerungssysteme für Anflüge an sogenannte unkooperative Ziele wie Weltraummüll und Asteroiden entwickelt werden. Zudem ist unter anderem ein tiegelfreier Schmelzofen für die Materialforschung im europäischen Weltraumlabor "Columbus" an Bord.

Die von Airbus Defence and Space gebaute Experimentieranlage beruht auf dem Prinzip der elektromagnetischen Schwebetechnik (Levitation) und wurde im Rahmen von Aufträgen der Esa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Sie soll vor allem Erkenntnisse über Hightech-Legierungen und -Halbleitermaterialien und deren Eigenschaften im geschmolzenen Zustand liefern. Diese werden für die Optimierung von industriellen Gießvorgängen und in der Grundlagenforschung genutzt.

Ins All transportiert wird das ATV mit einer Trägerrakete vom Typ Ariane 5. Mit einem Gesamtgewicht von mehr als 20 Tonnen soll "Georges Lemaître" die schwerste Nutzlast werden, die jemals von einer Ariane-Rakete in den Orbit gebracht wurde. Am Ende seiner Mission wird der Frachter mit Raumstationsmüll beladen von der ISS abdocken und bei seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Südpazifik verglühen. Die letzte ATV-Mission soll insgesamt rund sechs Monate dauern.

jme/dpa
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