Auch wegen Omikron-Welle Test von neuer Nasa-Mondrakete verzögert sich

Anfang dieses Jahres sollte eine neue Nasa-Mondrakete abheben, die irgendwann auch Menschen transportieren könnte. Doch nun verzögert sich das Projekt, unter anderem wegen der Coronapandemie.
Space-Launch-Systems-Rakete der Nasa in einer künstlerischen Darstellung

Space-Launch-Systems-Rakete der Nasa in einer künstlerischen Darstellung

Foto: AFP

Das »Artemis«-Programm der Nasa gehört zu den ehrgeizigsten Plänen der US-Weltraumagentur. Die Mission soll erstmals seit »Apollo 17« wieder Menschen auf den Mond bringen. Dafür tüfteln die Nasa-Ingenieure schon länger an der rund zwei Milliarden Dollar teuren SLS-Schwerlastrakete, die mit der »Orion«-Kapsel an der Spitze aufbrechen soll.

Doch zuletzt gab es immer wieder Rückschläge, auch wegen der Coronapandemie. Nun wird sich die Mission weiter verzögern, wie die Nasa mitteilte. Der mit Spannung erwartete Missionsstart der großen Nasa-Mondrakete zu ihrem ersten Flug verschiebt sich um mindestens einen Monat und wird frühestens im März möglich sein, so die US-Raumfahrtbehörde am Mittwoch. Ein erster Testflug des Space Launch Systems (SLS) würde dann nicht vor April stattfinden.

Ein genaues Datum für den unbemannten Testflug will die Nasa noch nicht nennen. Auch konkrete Gründe wurden nicht erwähnt. Nur, dass es keine spezifischen, größeren Schwierigkeiten gebe, sondern mehrere technische Hürden als üblich genommen werden müssten. Das sei aber bei einem derart großen und komplexen Raketensystem normal. Eine Liste mit »einer ganzen Reihe von Dingen« müsse abgearbeitet werden, damit man starten könnte, sagte Nasa-Experte Tom Whitmeyer.

Nasa-Beamte räumten aber auch ein, dass es aufgrund der Omikron-Welle einen Anstieg bei Covid-19-Infektionen im Team gegeben habe, die zu den Verzögerungen mit beigetragen hätten.

Ursprünglich sollte die 36 Stockwerke hohe Rakete samt Kapsel Mitte Februar in Florida erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Doch nun wird die »SLS-Orion« wohl nicht vor Mitte März von einem riesigen Raupentransporter von ihrem Montagegebäude zur Startrampe 39-B im Kennedy Space Center in Cape Canaveral transportiert.

Kolonie auf dem Mond

Dort werden die Techniker etwa zwei Wochen brauchen, um die Trägerrakete für die Generalprobe vorzubereiten, bei der die Tanks der Rakete vollständig mit Treibstoff gefüllt und ein simulierter Countdown durchgeführt wird. Vor dem Start rollt die Rakete dann aber noch einmal zu einer letzten Überprüfung ins Montagegebäude zurück und wird erst kurz vor dem offiziellen Start wieder in Stellung gebracht. Derzeit prüften die Expertinnen und Experten der Nasa Terminfenster im April und Mai.

Im Rahmen des amerikanischen Apollo-Programms standen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf der Mondoberfläche. Das will die Nasa wiederholen und dort sogar eine langfristige Mondkolonie aufbauen.

joe/Reuters
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