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08. April 2010, 12:58 Uhr

Aufgemöbelte ISS

Raumstation bekommt neues Schlafzimmer

Schöner Wohnen im All: Die Internationale Raumstation hat ein neues Mini-Schlafzquartier mit Kühlschrank. Allerdings wird der neu angebrachte Raum wohl erst einmal mit Gerümpel gefüllt.

Die Internationale Raumstation ISS hat ein neues Schlafquartier und weitere Möbel erhalten. Am Donnerstagmorgen brachten die Astronauten der US-Raumfähre "Discovery" ein 13 Tonnen schweres Logistikmodul namens Leonardo an der ISS an. Darin befinden sich vor allem Ausrüstungs- und Versorgungsgüter, aber auch ein begehbarer Schrank und ein Kühlschrank.

Leonardo soll nun mit Abfall und ausrangiertem Gerät vollgestopft werden und nächste Woche mit der "Discovery" von der Raumstation zur Erde zurückkehren. Im September soll das Modul dann wieder zur ISS zurückgeflogen werden. Es wird dann dauerhaft als Lagerraum an der ISS angebracht werden.

Die "Discovery" mit sieben Astronauten an Bord war am Montag gestartet und hatte am Mittwoch erfolgreich an der Raumstation angedockt, die 360 Kilometer über der Erde schwebt. Während der 13-tägigen "Discovery"-Mission plant die Crew drei Außeneinsätze.

Die ISS-Besatzung hat sich damit auf 13 Personen erhöht. Unter den sieben Astronauten sind drei Frauen - zwei US-Bürgerinnen und eine Japanerin.

Erstmals vier Frauen im All

Bereits am Ostersonntag hatte die neue Langzeitbesatzung mit ihrer russischen "Sojus"-Kapsel an der ISS angedockt. An Bord war unter anderem die Astronautin Tracy Caldwell-Dyson. Damit halten sich erstmals vier Frauen im All auf, so viele wie nie zuvor.

Die neue Crew soll bis September auf der ISS bleiben und zahlreiche wissenschaftliche Experimente vornehmen. Drei Forscher wollen Möglichkeiten für ein Erdbebenwarnsystem testen. Zudem soll das System zur Wasseraufbereitung repariert werden.

Seit ihrem Erstbezug am 2. November 2000 forschen Astronauten auf der Internationalen Raumstation. Die ISS wird gemeinsam von den USA, Russland, den Mitgliedstaaten der Europäischen Weltraumorganisation Esa, Kanada und Japan betrieben. Deutschland finanziert als größter Beitragszahler der Esa in Europa 41 Prozent der europäischen Infrastruktur der Raumstation.

boj/apn

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