Außeneinsatz Raumstation hat giftiges Ammoniak verloren

An der Internationalen Raumstation ist giftiges Ammoniak ausgetreten. Der Zwischenfall ereignete sich, als zwei Astronauten die Leitungen eines Behälters an der Außenhülle der ISS entfernt haben.


Rund acht Stunden dauerte der Einsatz in 354 Kilometern Höhe, bei dem die giftige Substanz aus der Internationalen Raumstation ISS austrat. Das Ammoniak sei vermutlich bereits über einen längeren Zeitraum ausgesickert, sagte Nasa-Flugdirektor Derek Hassmann. Von einem richtigen Leck könne jedoch keine Rede sein.

Reparaturen im All: Die Arbeiten an der ISS bleiben nicht immer ohne Überraschungen
AFP

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Weil die US-Astronauten Michael Lopez-Alegria und Sunita Williams sehr vorsichtig mit dem ätzenden Ammoniak umgehen mussten, dauerten die Außenarbeiten mit sieben Stunden und 55 Minuten etwas länger als vorgesehen. Zudem wies das Kontrollzentrum die beiden Raumfahrer an, eine knappe halbe Stunde länger in der Luftschleuse zu verbringen als sonst, weil die Experten befürchteten, dass an den Raumanzügen noch Rückstände der Substanz haften könnten.

Eine Gefahr habe für die Astronauten aber nicht bestanden, meldete die US-Raumfahrtbehörde Nasa nach Abschluss der Mission. Beide Astronauten kamen nach Einschätzung der Bodenkontrolle nicht mit dem Gift in Kontakt.

Bei dem Einsatz installierten Lopez-Alegria und Williams Leitungen für ein dauerhaftes Kühlsystem, entfernten eine Thermoabdeckung und schlossen Elektroleitungen an. Am Donnerstag und am Sonntag kommender Woche sollen die beiden ein Sonnensegel und einen Wärmeleiter abbauen.

Es ist das erste Mal, dass an der ISS innerhalb eines so kurzen Zeitraums gleich mehrere Außenarbeiten ohne Unterstützung einer angedockten Raumfähre vorgenommen werden. Bislang stand bei umfangreichen Einsätzen dieser Art stets eine Raumfähren-Besatzung bereit, um bei der Vorbereitung der Ausrüstung und der Steuerung von Kameras zu helfen.

Derzeit befinden sich nur drei Langzeit-Besatzungsmitglieder in der Raumstation. Der Einsatz wurde deshalb von der Kontrollstation in Houston aus koordiniert. Das dritte Besatzungsmitglied der ISS, der Russe Michail Tjurin, soll laut Nasa am 22. Februar mit Lopez-Alegria ins All spazieren, um eine defekte Antenne vom russischen Frachtraumschiff Progress abzumontieren. Erst Mitte März wird wieder eine Raumfähre an der ISS erwartet.

hei/AP/AFP



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