Astrophysik-Studie Unsere Nachbarn, die Außerirdischen

Sind wir Menschen allein im Weltall? Forscher der Universität Nottingham kommen zu dem Ergebnis: Die Milchstraße könnte mehr als 30 außerirdische Zivilisationen beherbergen.
Milchstraße über dem Calar-Alto-Observatorium in Spanien

Milchstraße über dem Calar-Alto-Observatorium in Spanien

Foto: Manu Padilla/ Westend61/ imago images

In unserer Heimatgalaxie könnte es nach einer Schätzung rund 36 intelligente Zivilisationen geben. Sie zu entdecken oder Kontakt mit ihnen aufzunehmen, sei mit heutiger Technik jedoch sehr schwierig, schreiben Tom Westby und Christopher Conselice von der Universität Nottingham im Fachblatt "The Astrophysical Journal" .

Die beiden Forscher hatten sich gefragt, wie viele durch Funk aufspürbare, kommunizierende extraterrestrische Intelligenzen (CETI) es in der Milchstraße wohl geben könnte.

"Die Idee ist, die Evolution im kosmischen Maßstab zu betrachten", so Conselice. "Unter der Annahme, dass es auf anderen Planeten, wie auf der Erde, rund fünf Milliarden Jahre dauert, bis sich intelligentes Leben entwickelt, sollte es zumindest ein paar Dutzend aktive Zivilisationen in unserer Galaxie geben."

Für ihre Abschätzung betrachteten die Wissenschaftler in der Milchstraße den Anteil sonnenähnlicher Sterne mit erdähnlichen Planeten in ihrer bewohnbaren Temperaturzone. Zudem setzten sie als mittlere Lebensdauer einer kommunizierenden Zivilisation 100 Jahre an, so lange existiert Funkkommunikation auf der Erde.

17.000 Lichtjahre entfernt

Die möglichen etwa 36 intelligenten Zivilisationen liegen nach Angabe der Forscher allerdings im Mittel rund 17.000 Lichtjahre voneinander entfernt, so Westby. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht - und damit beispielsweise auch ein Funkspruch - in einem Jahr zurücklegt. Es würde also sehr lange dauern, bis ein Signal von der Erde bei einer fernen Zivilisation ankäme und noch viel länger, bis deren mögliche Erwiderung die Erde erreicht hätte.

Die Suche nach Außerirdischen in unserer weiteren kosmischen Umgebung könne uns auch Hinweise auf das Schicksal unserer eigenen Zivilisation liefern, schreiben die Forscher.

"Wenn wir feststellen, dass intelligentes Leben häufig ist, wäre das ein Hinweis, dass unsere hoch entwickelte Zivilisation deutlich länger als ein paar Jahrhunderte existieren kann", erläuterte Conselice. "Anderenfalls, wenn wir feststellen, dass es keine intelligenten Zivilisationen in unserer Galaxie gibt, ist das ein schlechtes Zeichen für unsere eigene dauerhafte Existenz."

jme/dpa
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