Satellitenbild der Woche Abgebranntes Australien

Sydney verschwindet im Rauch, Tausende Hektar Wald sind zerstört: Ein Blick aus dem All offenbart das Ausmaß der Brände in Australien. Auch für Koalas wird die Lage kritisch.
Nasa-Satellitenbild: Einige Brände lodern bereits seit Monaten

Nasa-Satellitenbild: Einige Brände lodern bereits seit Monaten

Foto: Stevens/ Dauphin/ NASA Earth Observatory

Die Feuersaison traf den australischen Bundesstaat New South Wales in diesem Jahr besonders heftig. Normalerweise lodern die ersten australischen Feuer erst im Dezember. In diesem Jahr begannen sie bereits im Oktober, einige Brandherde schwelen sogar seit dem Frühjahr. Langanhaltende Trockenheit und heftige Winde fachen die Brände weiter an.

In Wäldern und Buschgebieten in der Nähe der Südostküste wüten immer noch mehr als 100 Brände, betroffen sind auch subtropische Regenwälder und Eukalyptuswälder.

Leicht entflammbar

Bis Mitte Dezember ist laut Nasa eine Fläche von gut 2,7 Millionen Hektar abgebrannt, das entspricht etwa der Hälfte der Schweiz. Ganze Städte sind in Qualm gehüllt. Auch Sydney ist betroffen. Die Rauchwolken sind selbst aus dem All zu sehen, zeigen Satellitenbilder.

Die Brände wüten besonders in Eukalyptuswäldern, die meist auf trockenen und nährstoffarmen Böden gedeihen. Ihre Blätter sind reich an Öl und leicht entflammbar.

Diese Karte des australischen Landwirtschaftsministeriums zeigt das Problem. Die grünen Flächen stehen für Eukalyptuswälder. Die roten Punkte zeigen Feuer an, die das Infrarot-Radiometer des Nasa-Wettersatelliten Suomi NPP zwischen November und Anfang Dezember registriert hat. Sie sind wegen des Zooms nicht maßstabgetreu, sondern zeigen mehrere kleinere Feuer an.

Foto: NASA Earth Observatory

In einigen Fällen helfen Buschfeuer vielen Eukalyptusarten sogar. "Während eines Feuers öffnen sich die holzigen Kapseln des Eukalyptus und die darin enthaltenen Samen landen auf nährstoffreicher Asche", sagt Biologin Ayesha Tulloch von der University of Sydney. Dadurch könnten die Samen besser keimen. Zudem sterben bei den Feuern viele pflanzenfressende Insekten, die den Keimlingen gefährlich werden könnten.

Die aktuellen Feuer kämen jedoch zum falschen Zeitpunkt. Weil es kaum geregnet hat und auch in den kommenden Wochen kaum Niederschlag fallen dürfte, fehlt den Samen Wasser zum Keimen.

Weitaus bedrohlicher sind die Brände für Regenwälder und feuchte Eukalyptuswälder. "Diese Systeme vertragen kein Feuer", betont Tulloch. Außerdem erholen sie sich nicht annähernd so schnell wie trockene Eukalyptuswälder.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Foto: Joshua Stevens/ NASA

Die zerstörten Eukalyptuswälder sind auch für Koalas ein Problem, die sich fast ausschließlich von dieser Baumart ernähren. Laut Schätzungen sind bei den Buschfeuern mehr als 2000 Koalas verbrannt. Einige mutmaßten sogar, die Feuer könnten die Art ganz auslöschen. Tatsächlich dürfte es um die Tiere weit weniger schlecht bestellt sein als befürchtet. (Mehr dazu lesen Sie hier.) "Die Brände treffen nur einen kleinen Teil der in Australien existierenden Koala-Population", sagt auch Tulloch.

Es ist wahrscheinlich, dass die Brände noch mindestens bis März anhalten werden. Zu dieser Jahreszeit kommt es ohnehin häufig zu Buschfeuern. Meteorologen rechnen jedoch damit, dass die kommenden Monate im Südosten und Nordosten Australiens noch trockener werden als üblich.

koe
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