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13. Januar 2012, 15:04 Uhr

Ausweichmanöver

Raumstation flüchtet vor Satellitentrümmern

Das war knapp: Ein Trümmerstück eines Satelliten ist auf die Internationale Raumstation ISS zugeflogen - doch die konnte rechtzeitig ausweichen. Solche Manöver häufen sich in letzter Zeit im Orbit.

Washington - Die Internationale Raumstation ISS ist am Freitag dem Wrackteil eines privaten Telekommunikationssatelliten ausgewichen. Die Kontrollstation wies die Astronauten an, die Triebwerke kurzzeitig einzuschalten, um die ISS aus der Flugbahn des Trümmerstücks von der Größe eines Tennisballs zu manövrieren.

Wegen seiner hohen Geschwindigkeit hätte das Wrackteil die Raumstation bei einer Kollision erheblich beschädigen können. Seit 1998 musste die ISS in 13 Fällen Weltraumschrott ausweichen. Im Juni vergangenen Jahres suchte die Besatzung wegen vorbeifliegenden Wrackteilen in einer Sojus-Kapsel Schutz.

Im Oktober 2010 war der ISS ein erfolgreiches Ausweichmanöver gelungen: Damals wurde die Station mit Hilfe einer Zündung von Schubdüsen in eine sichere Position gebracht. Und schon einmal mussten Astronauten sich wegen herumfliegender Trümmer in eine "Sojus"-Kapsel retten. Im März 2009 hatte sich ein Teil eines ausgedienten Satellitenmotors bedrohlich der Raumstation genähert. Der anfliegende Schrott wurde für eventuelle Ausweichmanöver zu spät entdeckt.

boj/dapd

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