Drei Investoren, ein Ex-Nasa-Astronaut Erste private ISS-Mission zurück auf der Erde

Schlechtes Wetter hatte ihren Rückflug verzögert, nun sind die Teilnehmer der ersten komplett privaten Expedition zur Internationalen Raumstation wieder auf der Erde. Weitere vergleichbare Flüge werden bald folgen.
»Dragon«-Kapsel der Mission »Ax-1« (Archivbild)

»Dragon«-Kapsel der Mission »Ax-1« (Archivbild)

Foto: IMAGO/SPACEX / IMAGO/UPI Photo

Manche Reisen dauern deutlich länger als gedacht. Und wenn jede zusätzliche Übernachtung mit nicht weniger als 35.000 Dollar zu Buche schlägt, wäre das für die meisten Menschen ein Albtraum. Für die drei Investoren aus den USA, Kanada und Israel, die gerade statt der geplanten acht Tage rund zwei Wochen auf der Internationalen Raumstation (ISS) verbracht haben, dürften die Mehrkosten dagegen zu verschmerzen gewesen sein – und die zusätzliche Zeit im All ein Bonus.

Die Wetterverhältnisse im geplanten Landegebiet waren verantwortlich dafür, dass Larry Connor, Mark Pathy und Eytan Stibbe nur verspätet von der ISS zurückkehren konnten, in einer SpaceX-Raumkapsel unter dem Kommando des früheren Nasa-Astronauten Michael López-Alegría. Am Montag kurz nach 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit sind die vier nun wieder gelandet. Ihr Fluggerät ging nach 16-stündigem Flug an vier Fallschirmen im Atlantik vor Jacksonville im US-Bundesstaat Florida nieder.

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Organisiert wurde der Flug »Ax-1«, für den die Teilnehmer neben den Übernachtungskosten noch einmal 55 Millionen Euro für den Transport zahlten, so hieß es jedenfalls vor einiger Zeit, vom Privatunternehmen Axiom Space. Die Firma plant weitere Reisen. Nach aktueller Planung soll die Mission »Ax-2« zwischen dem Herbst dieses Jahres und dem Frühjahr 2023 abheben. Sie wird von der früheren Nasa-Astronautin Peggy Whitson geleitet. Für diesen Flug steht bisher ein Passagier fest, der frühere US-Rennfahrer John Shoffner.

Bisher waren zahlende Gäste mit russischen »Sojus«-Kapseln zur Raumstation geflogen. Zumindest für Kunden aus dem Westen dürfte das auf längere Sicht aber keine Option mehr sein. Davon könnte Axiom profitieren. Das Unternehmen will auch eigene Module an der ISS anbringen, die später den Kern einer eigenen Raumstation bilden könnten.

Esa sieht Arbeit »in keiner Weise« beeinträchtigt

Dieses Mal schliefen zwei der Expeditionsteilnehmer dagegen im europäischen Forschungsmodul »Columbus«. Bei der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) sprach man auf SPIEGEL-Anfrage  von einem »normalen Vorgang«. Das sogenannte Camp-out finde immer dann Anwendung, »wenn sich mehr Crewmitglieder als normalerweise üblich an Bord der ISS befinden«. Die »wissenschaftliche und operationelle Arbeit« des deutschen Esa-Astronauten Matthias Maurer im »Columbus«-Labor sei »in keiner Weise« beeinträchtigt worden.

Axiom Space wiederum hatte Wert darauf gelegt, dass die Raumfahrer auf der Station nicht nur Freizeitprogramm absolvieren. Tatsächlich hatten sie sich auch mit verschiedenen Experimenten befasst. So hatte ein israelisches Unternehmen untersuchen lassen, ob sich womöglich in der Schwerelosigkeit Fleisch aus tierischen Zellen züchten lässt. Das wäre ein möglicher Weg, um zukünftige Reisen ins All besser beziehungsweise billiger mit Lebensmitteln zu versorgen.

chs