Satelliten-Navigationssystem "Beidou" China baut seine GPS-Alternative aus

Die Chinesen bauen ihr eigenes Navigationssystem auf. Am Wochenende schossen sie dafür den 18. und 19. Satelliten in den Orbit. Bis 2020 soll das System die gesamte Welt abdecken.
Auf dem Weg zum eigenen Navi-System: Start einer Langer-Marsch-Rakete mit Beidou-Satellit (Archivbild von 2010)

Auf dem Weg zum eigenen Navi-System: Start einer Langer-Marsch-Rakete mit Beidou-Satellit (Archivbild von 2010)

Foto: CHINA STRINGER NETWORK/ REUTERS

China hat zwei weitere Satelliten für ein eigenes Navigationssystem in eine Umlaufbahn gebracht. Eine Rakete vom Typ "Langer Marsch 4B" startete am Samstag vom Raumfahrtbahnhof in Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Es waren der 18. und der 19. Satellit für das Beidou-2 genannte chinesische Navigationssystem. Bis 2020 sollen insgesamt 35 Beidou-Satelliten im Orbit kreisen.

Mit Beidou ("Kompass") will sich China von westlicher Technologie unabhängig machen. Das System soll der GPS-Navigation aus den USA, dem europäischen System Galileo und dem russischen Dienst Glonass Konkurrenz machen. Das europäische Netzwerk Galileo soll wie sein chinesisches Pendant bis 2020 vollständig sein.

China hatte die Entwicklung im Jahr 2000 gestartet und zunächst vier Testsatelliten ins All geschickt. Der erste reguläre Beidou-Satellit ist seit dem Jahr 2007 im Weltraum. Das System wird derzeit zivil genutzt, eine militärische Nutzung ist aber auch möglich.

wbr/dpa/AFP