Blockierter "Spirit" Mars-Mobil hat Probleme beim Ausparken

Der Mars-Rover "Spirit" steckt weiterhin fest. Die Nasa scheiterte mit einem Versuch, die leeren Airbags zu entfernen, die den Beginn der Erkundungsfahrt bisher verhinderten. Der Roboter funkte unterdessen weitere spektakuläre Bilder zur Erde.




Mars-Rover "Spirit" (Zeichnung): Auf diese Art sollte der Roboter im Idealfall von der Landefähre rollen
DPA/ NASA

Mars-Rover "Spirit" (Zeichnung): Auf diese Art sollte der Roboter im Idealfall von der Landefähre rollen

Zwei der Luftkissen, die den Sturz des Mars-Rovers auf die Oberfläche des Planeten abgefedert hatten, blockieren nach wie vor die Rampe, über die der sechsrädrige Roboter zu seiner Forschungsfahrt aufbrechen soll. Die Airbags bestehen aus Polymerfasern, die fester sind als Stahl. Die Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory der Nasa befürchten, dass sich die Solarpaddels oder der Roboterarm von "Spirit" bei der drei Meter langen Fahrt über die Rampe in dem Gewebe verfangen könnten.

Airbags verhindern den Start

Die Ingenieure hatten zunächst gehofft, ein Anheben der Rampe und ein weiteres Einziehen der leeren Luftkissen könnten den Weg freimachen. Das Manöver scheiterte allerdings, wie die Nasa mitteilte.

Neues Panoramabild von "Spirit": Nach diversen Startversuchen steht der Rover schief
NASA/ JPL/ Cornell

Neues Panoramabild von "Spirit": Nach diversen Startversuchen steht der Rover schief

Die Techniker planen nun einen letzten Versuch, die Rampe doch noch freizubekommen. Im Erfolgsfall rollt "Spirit" am kommenden Mittwoch in den rotbraunen Sand des Mars und beginnt mit der Forschungsarbeit. Sollte die Rampe versperrt bleiben, stehen zwei weitere Abfahrtswege zur Verfügung. Allerdings würde das ein schwieriges Wendemanöver und eine Verspätung um bis zu drei weitere Tage mit sich bringen.

Schwierige Pirouette

"Die Alternativen würden verlangen, dass 'Spirit' sich entweder um 120 Grad nach rechts dreht und vorwärts hinabrollt oder um 60 Grad nach links wendet und rückwärts fährt", erklärte Nasa-Mitarbeiter Matt Wallace. Allerdings würden auch diese beiden Varianten das Einziehen leerer Luftsäcke nötig machen. "Das Verlassen der Landefähre birgt ein gewisses Risiko."

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6  Bilder
Mars in Farbe: "Spirit"-Bilder faszinieren Wissenschaftler
Unterdessen schickte "Spirit" eine neue Aufnahme über seine Umgebung zur Erde. Das Bild zeigt im Unterschied zu den früheren Fotos einen schiefen Horizont - eine Folge der bislang vergeblichen Versuche der Hindernisbeseitigung. Bisher hat der Roboter etwa 40 Prozent seines 360-Grad-Panoramafotos vom Mars zur Erde gesandt. Die restlichen Bilddaten werden laut Nasa innerhalb der nächsten zwei bis vier Tage eintreffen.

Das Infrarot-Messinstrument des Rovers, das so genannte Miniatur-Thermalemissions-Spektrometer, hat inzwischen erste Daten ins Nasa-Kontrollzentrum in Pasadena (Kalifornien) geschickt. Damit liegen von allen wissenschaftlichen Instrumenten des Rovers positive Rückmeldungen vor.



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