US-Raumfahrt Boeing soll ab 2017 Astronauten ins All bringen

Material bringen Privatfirmen schon seit langem ins All, und bald kommen Menschen hinzu: Der Boeing-Konzern soll ab 2017 bemannte Raumflüge für die Nasa durchführen. Doch das Unternehmen ist nicht ohne Konkurrenz.

AP /Boeing

Der Termin steht: Der US-Konzern Boeing soll als erstes Privatunternehmen im Auftrag der Nasa Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS befördern. Nach Angaben der US-Weltraumbehörde ist der erste Testflug für Juli 2017 geplant. Zu einem späteren Zeitpunkt werde ein bemannter Raumflug von Boeings Wettbewerber SpaceX folgen. Die Nasa hatte die beiden Unternehmen im Herbst 2014 beauftragt, eine neue Generation von Raumfähren für die Reise zur ISS zu entwickeln.

Der Vertrag hat ein Gesamtvolumen in Höhe von 6,8 Milliarden Dollar (gut sechs Milliarden Euro). Boeing erhält mit 4,2 Milliarden Dollar den Löwenanteil, SpaceX muss sich mit 2,6 Milliarden Dollar begnügen. Seit dem Ende der Space-Shuttle-Ära im Sommer 2011 sind die Amerikaner auf Mitfluggelegenheiten in russischen Sojus-Kapseln angewiesen.

Per Mietrakete ins Weltall

In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft will die Nasa diese Abhängigkeit in den kommenden zwei bis drei Jahren beenden. Der Luft- und Raumfahrtriese Boeing plant eine eichelförmige Raumkapsel mit dem Namen CST-100. Den ersten Testflug im Juli 2017 sollen ein Boeing-Pilot und ein Astronaut absolvieren. Ab Dezember 2017 seien dann reguläre Missionen geplant, sagte Boeing-Manager John Elbon.

Die vergleichsweise kleine und junge Firma SpaceX des Unternehmers Elon Musk führt im Auftrag der Nasa bereits seit 2012 mit ihrem Raumtransporter "Dragon" Versorgungsflüge zur ISS aus. Für die Beförderung von Astronauten entwickelt SpaceX derzeit eine neue Version des Raumschiffs.

Der Nasa schwebt eine Art Mietsystem vor: Sie will die privaten Transportvehikel einfach ausleihen und nach dem Transport ihrer Astronauten wieder zurückgeben.

khü/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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seikor 28.01.2015
1. eichelförmig?
Eichelförmig? Da ist wohl ein Fan von Ice Age am Keyboard gesessen... :)
ecosys 28.01.2015
2. eichelförmig!
Etwa so? http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2012-10_Sojus-Kapsel_anagoria.JPG Das bauen die Russen doch schon seit Jahrzehnten! Da können sie doch gleich beim Original bleiben. Herr Putin verkauft ihnen sicherlich neben den Triebwerken für ihre Raketen noch gleich die passende Raumkapsel. Eine win-win Situation :D
lordax 28.01.2015
3.
Zitat von ecosysEtwa so? http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2012-10_Sojus-Kapsel_anagoria.JPG Das bauen die Russen doch schon seit Jahrzehnten! Da können sie doch gleich beim Original bleiben. Herr Putin verkauft ihnen sicherlich neben den Triebwerken für ihre Raketen noch gleich die passende Raumkapsel. Eine win-win Situation :D
Fragt sich nur, was das Original ist. Möglicherweise dieses hier (http://en.wikipedia.org/wiki/Apollo_spacecraft_feasibility_study#GE_D-2) (siehe auch weiter unten (http://en.wikipedia.org/wiki/Apollo_spacecraft_feasibility_study#Similarity_to_Soyuz)). Was übrigens Herrn Putin betrifft: der sieht die Situation "seiner" Raumfahrt durchaus kritischer und realistischer als Sie. Wenn das amerikanische Konzept der privatisierten Raumfahrt durchkommt, dann wird der Markt für die (derzeitigen) russischen Produkte ganz schnell ziemlich klein.
WwdW 28.01.2015
4. mal sehen. Ich sehe schon die nächsten
Unglücke durch die Privatisierung kommen.
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