"Cassini"-Mission Forscher suchen vergeblich Titan-Meer

Die bislang besten Fotos des Saturnmonds Titan enthalten keinerlei Hinweise auf Flüssigkeiten. Der erdähnliche Trabant besteht an der Oberfläche vor allem aus herkömmlichem Wasser-Eis, in der Atmophäre schweben Methanwolken.

Bei aller Begeisterung für die gelungenen Aufnahmen des Saturnmondes zeigten sich die Wissenschaftler doch etwas enttäuscht. "Wir dachten, wir könnten einige Reflektionen von Sonnenstrahlen sehen", sagte Kevin Bases vom Nasa-Forscherteam, das die Fotos auswertet. Doch es fanden sich keine Spuren von Sonnenstrahlen, die sich in dem vermuteten Meer aus Kohlenwasserstoffen spiegelten.

Die mit einer Infrarotkamera aufgenommenen Fotos deuten darauf hin, dass die Oberfläche mit Wassereis bedeckt ist und nur an wenigen Stellen Kohlenwasserstoffe zu finden sind. Die Bilder entstanden beim ersten Vorbeiflug der "Cassini"-Sonde an Titan aus einer Entfernung von rund 340.000 Kilometern.

Andere Fotos zeigen eine Wolkenformation von der Größe Polens in der Nähe der Südhalbkugel sowie helle und dunkle Schatten. Die Kumulus-ähnliche Wolkenformation besteht aus Kohlenwasserstoffen, vermutlich hauptsächlich aus Methan. "Das ist anders als alles andere, was wir bislang gesehen haben", erklärte die Forscherin Elizabeth Turtle. "Wir versuchen immer noch, die Oberfläche von Titan zu verstehen."

Die Wissenschaftler vermuten, dass der Mond ähnliche chemische Strukturen aufweist wie die Erde vor Milliarden Jahren, bevor sich auf ihr Leben entwickelt hat. Methan könnte auf dem Saturntrabanten eine ähnliche Rolle spielen wie Wasser auf der Erde.

Titan hat eine Atmosphäre mit organischen Kohlenstoffverbindungen, die eineinhalb Mal so dicht ist wie die Erdatmosphäre. Es wurde vermutet, dass es dort auch Seen aus Kohlenwasserstoff gibt.

"Cassini" wird während der vierjährigen Reisen um Saturn noch 45 Mal an Titan vorbei fliegen und sich dabei dem Mond bis auf 965 Kilometer nähern. Im Januar soll dann die Sonde "Huygens", die mit an Bord von "Cassini" ist, in die Atmosphäre von Titan eintauchen und Daten und Bilder übermitteln. Spätestens dann dürfte sich klären, ob auf dem Mond größere Seen schwappen oder doch nur Eis zu finden ist.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.