"Cassini"-Sonde Atemberaubende Blicke auf Saturn und seine Ringe

"Schwindelerregend" nennen Astronomen die neuen Bilder vom Saturn. Zwei Monate lang hat die Raumsonde "Cassini" neue Fotos geschossen und diese nun an die Erde übermittelt. Sie zeigen den Planeten völlig neu in Licht und Schatten.


Knapp zehn Jahre ist sie schon unterwegs, doch noch nie hat die "Cassini"-Sonde so einzigartige und scharf gestochene Bilder vom Saturn und seinen Ringen geschickt. Der Orbiter, der sich seit Juli 2004 in der Umlaufbahn des Gasriesen befindet, blickte für seine Aufnahmen aus nördlicher und südlicher Richtung auf die majestätischen Ringe.

"Das sind endlich die Ansichten, auf die wir Jahre lang gewartet haben", erklärte die Wissenschaftlerin Carolyn Porco vom Institut für Weltraumforschung in Boulder im US-Staat Colorado. Plötzlich erscheine der Saturn mit seinen gigantischen Ringen wie eine komplett fremde Welt. "Es ist so atemberaubend, dass es einem fast schwindelt", erklärte Porco.

Die von der Nasa am gestrigen Donnerstag veröffentlichten Aufnahmen waren in den vergangenen zwei Monaten entstanden. Sie zeigen scharf gestochen die Farbnuancen des Planeten und seiner Ringe. In unterschiedlichen Schattierungen und Farben präsentiert sich der Saturn von ganz neuen Seiten, auch einige seiner Monde werden auf den neuen Bildern sichtbar.

"Cassini" kreist derzeit in wechselnden Umlaufbahnen um den Saturn. Die Raumsonde ist eine gemeinsame Mission der US-amerikanischen und europäischen Raumfahrtbehörden Nasa und Esa sowie der italienischen Weltraumagentur Asi. Sie kostet rund 2,5 Milliarden Euro.

Seitdem sich die Raumsonde in der Umlaufbahn des Saturns befindet, verhilft sie immer wieder zu neuen Erkenntnissen über den Planeten, die ihn umgebenden Ringe und seine Monde. Anfang Februar hatte der Orbiter über dem Saturnmond Titan einen riesigen Wolkenwirbel entdeckt, von dem Forscher vermuten, dass er bereits seit Jahren existiert. Auch in den kommenden Monaten wird die Sonde noch mehrmals an Titan vorbeifliegen. Ab der Jahresmitte wird er auch an den Monden Prometheus, Rhea und Iapetus vorbeifliegen.

hei/AP/Reuters



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