Chinas Sonde So scharf haben Sie die Mondoberfläche noch nie gesehen

Die Raumsonde »Chang'e 5« hat angefangen, in der Mondoberfläche zu bohren und Proben zu sammeln. Zuvor schickte das Gerät aber noch einzigartiges Bildmaterial zur Erde.
Fuß des Landers im Mondboden

Fuß des Landers im Mondboden

Foto: CNSA / CLEP

Am Dienstag ist die Raumsonde »Chang'e 5« auf dem Mond gelandet und soll von dort erstmals seit mehr als 40 Jahren Gestein mit zur Erde bringen. Das Sammeln der Proben läuft bereits. Doch vorher hat das Landegerät noch ein gestochen scharfes Bild der Mondoberfläche gemacht.

Panorama-Aufnahme, verfügbar in hoher Auflösung: »Chang'e 5« auf dem Mond

Panorama-Aufnahme, verfügbar in hoher Auflösung: »Chang'e 5« auf dem Mond

Foto: CNSA / CLEP

Die chinesische Weltraumbehörde CNSA und deren Mondprogramm (CLEP) haben das Bild in einer Auflösung von 15.000 mal 7947 Pixeln zur Verfügung gestellt. Dadurch erscheint die Mondoberfläche auch bei starkem Heranzoomen gestochen scharf. Unter anderem griffen Nutzer des chinesischen Mikroblogging-Dienst »Weibo « das Thema auf.

Gestein auf dem Mond: Fast kann man einzelne Staubkörner erkennen

Gestein auf dem Mond: Fast kann man einzelne Staubkörner erkennen

Beim Herauszoomen sind kleine Steine, die der Lander beim Aufsetzen einer seiner Füße auf den Planeten verrückt hat, exakt zu erkennen (Bild ganz oben). Auch an größere Brocken lässt sich heranzoomen, genauso wie an kleinere Kuhlen im Boden. Ein Twitter-Nutzer hat das Bild in voller Auflösung auf Google-Drive geladen und zoombar gemacht (hier ).

Kuhle in der Mondoberfläche: Trotz starkem Zoom gestochen scharf

Kuhle in der Mondoberfläche: Trotz starkem Zoom gestochen scharf

Die ersten Proben vom Mond hat »Chang'e 5« am Mittwochmorgen nach Bohrungen zusammengetragen, teilte die CNSA mit. Die Landung des Raumschiffs auf dem Mond gilt als weiterer wichtiger Schritt in Chinas ambitioniertem Weltraumprogramm (mehr dazu lesen Sie hier).

Zwei Kilo Material vom Mond

Die »Chang'e 5« ist mit 8200 Kilogramm das bisher größte Raumschiff der »Chang'e«-Flotte und besteht aus vier Modulen: dem Orbiter mit der Rückkehrkapsel sowie dem Lander mit der Aufstiegsstufe.

Das Landegerät soll in den nächsten Stunden mit seinem langen Arm weiterhin Mondgestein und Proben aus Bohrungen bis zu zwei Meter Tiefe zusammentragen und in einer Kammer verstauen. Die Aktion soll zwei Tage dauern. Danach steht die Rückreise an.

Geplant ist, rund zwei Kilogramm Material auf die Erde zurückzubringen. Forscher erhoffen sich neuen Aufschluss über die vulkanische Aktivität des Mondes.

Die Apollo-Missionen der USA hatten rund 380 Kilogramm Mondgestein mitgebracht. Die Sowjetunion sammelte mit unbemannten Missionen etwa 300 Gramm ein. Bei einer erfolgreichen Rückkehr zur Erde wäre China somit die dritte Nation, der ein solches Vorhaben gelänge.

jme/dpa
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