Künftige Raumstation China schickt erste Crew zur Baustelle im All

Im kommenden Jahr will China seine Weltraumstation in Betrieb nehmen – doch schon jetzt ist eine Mannschaft auf dem Weg zu den bisher montierten Modulen. Die Raumfahrer sollen dort Tests durchführen.
Chinesische Raumfahrer vor dem Start

Chinesische Raumfahrer vor dem Start

Foto: Roman Pilipey / EPA

China will nicht nur auf der Erde, sondern auch im All eine Großmacht werden und investiert Milliardensummen in seine Raumfahrtprogramme. In der vergangenen Nacht haben sich dafür drei chinesische Raumfahrer auf den Weg zu Chinas im Bau befindlicher Raumstation gemacht.

Ein Raumschiff mit Nie Haisheng, Liu Boming und Tang Hongbo an Bord hob am Donnerstagmorgen vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi ab. Das chinesische Staatsfernsehen zeigte Livebilder vom Start.

Die Reise zur neuen Raumstation »Tiangong« ist die erste bemannte chinesische Raumfahrtmission seit fünf Jahren. Während ihres Aufenthalts im All sollen die Raumfahrer, die vom 56 Jahre alten Kommandanten Nie Haisheng angeführt werden, wichtige Funktionen des Kernmoduls testen und zudem wissenschaftliche Experimente durchführen.

Erst Ende Mai hatte ein Raumtransporter mit Ausrüstung erfolgreich am Kernmodul der Station angedockt. Der unbemannte Transporter vom Typ Tianzhou-2 hatte Treibstoff, Lebensmittel und anderes Material für die Station an Bord.

China hatte Ende April das Modul »Tianhe«, das erste und zentrale Modul der neuen Raumstation, in die Erdumlaufbahn gebracht. Es umkreist die Erde im Abstand von 350 bis 390 Kilometern. Die Raumstation soll im kommenden Jahr betriebsbereit sein.

Auch der Mars steht im Fokus

Eine internationale Nutzung wie bei der Internationalen Raumstation ISS ist nicht geplant. Peking hat jedoch erklärt, offen für ausländische Kooperation in der Weltraumforschung zu sein. Chinas Raumstation, die am Ende »Tiangong« (Himmelspalast) heißen soll, wird weniger als halb so groß sein wie die ISS mit 240 Tonnen. »Himmelspalast« sei eher mit der früheren russischen Raumstation »Mir« vergleichbar, sagen Experten.

Zuletzt gelang der Volksrepublik eine erfolgreiche Marsmission: Der Rover »Zhurong« landete vor zwei Wochen auf dem Roten Planeten. Im Dezember war eine ehrgeizige Mondmission beendet worden; eine Kapsel mit zwei Kilogramm Proben kehrte sicher auf die Erde zurück. Ärger hatte es zuletzt um Chinas Umgang mit dem eigenen Weltraumschrott gegeben.

jok/dpa
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