"Shenzhou 10" China schickt zweite Taikonautin ins All

Aufbruch zum Himmelspalast: Drei chinesische Raumfahrer sollen am Dienstag zum Raummodul im Orbit starten. Mit an Bord ist Chinas zweite Taikonautin.

Rakete vom Typ "Langer Marsch 2F": Drei Taikonauten starten in den Orbit
DPA

Rakete vom Typ "Langer Marsch 2F": Drei Taikonauten starten in den Orbit


Peking - China setzt seine Arbeit an einer eigenen Raumstation fort. Das Raumschiff "Shenzhou 10" soll am Dienstag um 11.38 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit mit drei Taikonauten an Bord zum Raumlabor "Tiangong 1" (Himmelspalast) aufbrechen.

Während seiner 15-tägigen Mission werde das Team um Generalmajor Nie Haisheng an das Testmodul andocken, es betreten und eine Reihe von Experimenten vornehmen, teilte die Sprecherin des bemannten Raumfahrtprogramms, Wu Ping, am Montag mit. Seit September 2011 kreist das Modul im Orbit.

Mit an Bord von "Shenzhou 10" ist laut der Sprecherin auch die zweite Taikonautin, die China ins All schickt.

Die 33-jährige Wang Yaping, Majorin der Volksbefreiungsarmee und KP-Vertreterin, kündigte bei einer Pressekonferenz an, sie wolle vom All aus Kinder unterrichten.

Als Nationalheldin gefeiert

Die erste Chinesin im All, Liu Yang, hatte vor einem Jahr an der Vorgängermission teilgenommen und dabei gemeinsam mit ihren Kollegen das erste von Hand gesteuerte Andockmanöver absolviert. Nach ihrer Rückkehr wurde die Kampffliegerin als Nationalheldin gefeiert.

China hatte 1990 mit seinem Programm zur bemannten Raumfahrt begonnen. Die Führung in Peking will damit den Beweis erbringen, dass das Land auch technisch in den Kreis der Supermächte aufgestiegen ist. 2003 gelang es der Volksrepublik als weltweit dritter Nation nach den USA und der früheren Sowjetunion, einen Menschen ins All zu schicken. Fünf Jahre später folgte der erste Weltraumspaziergang. Seit "Tiangong 1" im Orbit kreist, haben zwei Raumschiffe an das Modul angedockt, eines davon bemannt.

Noch in diesem Jahr soll erstmals eine unbemannte chinesische Raumsonde auf dem Mond landen. Das Land plant bis zum Jahr 2020 den Aufbau einer eigenen Raumstation. Das Raumlabor "Tiangong 1" dient als Prototyp für die Station, die allerdings deutlich größer werden soll als der "Himmelspalast".

wbr/AFP/AP



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