Raumfahrtprogramm China startet erstmals Rakete von Schiff aus

Von einem Schiff im Gelben Meer ist erstmals eine chinesische Rakete ins All abgehoben. Solche Starts von See aus bieten gleich mehrere Vorteile.

Rakete vom Typ "Langer Marsch 11"
China Daily via REUTERS

Rakete vom Typ "Langer Marsch 11"


Erstmals ist in China eine Rakete von einem Schiff aus ins All gestartet. Mit sieben Satelliten an Bord hob in der Nacht zum Mittwoch eine Rakete vom Typ "Langer Marsch 11" von einer Plattform auf einem Frachtschiff im Gelben Meer ab.

Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. In Chinas Medien war von einem Meilenstein in der Entwicklung des chinesischen Raumfahrtprogramms die Rede.

Raketenstarts von See aus hätten viele Vorteile, hieß es weiter. Je näher eine Rakete am Äquator gestartet wird, umso schneller gewinne sie durch die Erdrotation an Geschwindigkeit, weshalb weniger Treibstoff benötigt werde. Auch werde die Gefahr durch herabfallende Raketenteile verringert.

Im Gegensatz zu Starts an Land könnten Seestarts daher billiger angeboten werden. Damit komme China der wachsenden Nachfrage nach Satelliten mit einem geringen Neigungswinkel nach. Das sind Satelliten, deren Orbit nahe am Äquator liegt. China biete seine Dienste auch anderen Ländern an, schrieb Xinhua.

"Langer Marsch 11" ist die einzige Feststoffrakete in der neuen Generation der chinesischen Trägerraketen. Die 20 Meter hohe und 58 Tonnen schwere Rakete wird vor allem für kleinere Satelliten eingesetzt und kann mehrere Objekte gleichzeitig ins All bringen. An Bord seien nun zwei Satelliten zur Wetterbeobachtung sowie fünf kommerzielle Satelliten gewesen, meldete Xinhua.

Der erste Raketenstart von See aus erfolgte 1967 mit einer amerikanischen "Scout B"-Rakete von der San Marco-Plattform des Luigi-Broglio-Raumfahrt-Zentrums vor der Küste Kenias - einem damals US-italienischen Gemeinschaftsprojekt.

Der bislang jüngste Start fand im Mai 2014 durch das Unternehmen Sea Launch statt, das einen Kommunikationssatelliten ins All brachte. Auch das private Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk landet seine wiederverwendbaren Raketen teils auf Plattformen im Meer.

joe/dpa

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