Erste Landung auf der Rückseite des Mondes Wann setzt Chinas Sonde auf?

Nie hat ein Land es gewagt, auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu landen - China will es in den nächsten Stunden versuchen. Der genaue Zeitpunkt bleibt bislang geheim.
Mondrückseite (mit Erde im Hintergrund): Dieses Bild hat der Nasa-Satellit "DSCOVR" im August 2015 gemacht.

Mondrückseite (mit Erde im Hintergrund): Dieses Bild hat der Nasa-Satellit "DSCOVR" im August 2015 gemacht.

Foto: DPA / Nasa / DSCOVR

Der Countdown läuft: China will in Kürze als erste Nation auf der Rückseite des Mondes landen. Offiziell hat die Weltraumbehörde des Landes aber noch keinen genauen Landezeitpunkt für seine Mondsonde "Chang'e 4" bekannt gegeben.

Der chinesische Staatssender CGTN berichtet lediglich, dass die Ankunft auf der Oberfläche am Donnerstag, dem 3. Januar, erwartet wird. Gelingt das Landemanöver, wäre es ein historischer Erfolg für Chinas Raumfahrtprogramm.

Jahrzehnte nach den USA und Russland war mit "Chang'e 3" erstmals 2013 eine chinesische Sonde auf dem Erdtrabanten gelandet. Die "Chang'e 4"-Mission ist dagegen eine Premiere: Noch nie zuvor hat ein Landegerät auf der von der Erde abgewandten Seite des Mondes aufgesetzt.

Rover der chinesischen Mondsonde Chang'e 4

Rover der chinesischen Mondsonde Chang'e 4

Foto: DPA

"Das hat noch nie jemand gemacht. Es wird von Bedeutung sein", sagte Ouyang Ziyuan, leitender Wissenschaftler des chinesischen Mondprogramms der Deutschen Presse-Agentur.

Beobachter warnten vor Herausforderungen bei der Mission: Schwierig sei etwa die Landung, weil das Gelände auf der Rückseite des Mondes nicht so flach wie auf der Vorderseite sei. Auch die Kommunikation gestaltet sich schwierig, weil keine direkte Funkverbindung zur Rückseite des Mondes aufgebaut werden kann.

Der Landeplatz

Dieses Problem versuchen die Chinesen mit einem Übertragungssatelliten zu lösen, den sie eigens für diesen Zweck in die Umlaufbahn des Mondes geschickt haben. "Der gesamte Prozess ist ziemlich kompliziert und es wird viele Risiken geben", sagte Yu Guobin, ein Sprecher des Raumfahrtprogramms, im Staatsfernsehen.

Testen Sie Ihr Wissen!

Als vorgesehenen Landeplatz nannten Staatsmedien den Aitken-Krater, der 1970 nach dem amerikanischen Astronomen Robert Grant Aitken benannt wurde. Nach der Ankunft soll ein Roboterfahrzeug den Boden und die Strukturen um den Landepunkt untersuchen. Es ist mit einer Panoramakamera und Messgeräten ausgestattet.

China verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm, mit dem das Land nach und nach zur USA aufschließen will. Schon im kommenden Jahr könnte die Mission "Chang'e 5" Mondgestein zur Erde bringen. Nach den chinesischen Plänen soll dann bis 2030 erstmals ein Chinese auf dem Mond landen. In Planung sind auch der Bau einer chinesischen Raumstation und Flüge zum Mars.

"Chang'e 4" war am 8. Dezember von der Erde gestartet und erreichte laut Staatsfernsehen am 12. Dezember die Mondumlaufbahn.

boj/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.