Chinas künftige Raumstation Treibstoff und Lebensmittel sind schon oben

Er war mit Verspätung gestartet, nun hat er angedockt: Chinas Raumtransporter hat das Kernmodul der zukünftigen Raumstation erreicht – rechtzeitig vor der Ankunft der Taikonauten.
Am Samstag war die Trägerrakete mit dem Transporter gestartet.

Am Samstag war die Trägerrakete mit dem Transporter gestartet.

Foto: CHINA DAILY / REUTERS

Der chinesische Raumtransporter mit Ausrüstung für die künftige Raumstation der Volksrepublik hat am Sonntag erfolgreich am Kernmodul der Station angedockt. Der unbemannte Transporter vom Typ Tianzhou-2 hat Treibstoff, Lebensmittel und anderes Material für die Station an Bord, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Raumfahrtbehörde CMSA berichtete.

Der Transporter war am Samstag mittels einer Trägerrakete des Typs »Langer Marsch-7« mit zehntägiger Verspätung gestartet. Die Mission war aus technischen Gründen verschoben worden. Sie soll die für Juni geplante Ankunft von drei Taikonauten, wie China seine Raumfahrer nennt, auf der Raumstation vorbereiten.

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Raumtransporter im Anflug

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China hatte Ende April das Modul »Tianhe«, das erste und zentrale Modul der neuen Raumstation, in die Erdumlaufbahn gebracht. Es umkreist die Erde im Abstand von 350 bis 390 Kilometern. Die Raumstation soll im kommenden Jahr betriebsbereit sein.

Eine internationale Nutzung wie bei der Internationalen Raumstation ISS ist nicht geplant. Peking hat jedoch erklärt, offen für ausländische Kooperation in der Weltraumforschung zu sein. Chinas Raumstation, die am Ende »Tiangong« (Himmelspalast) heißen soll, wird weniger als halb so groß sein wie die ISS mit 240 Tonnen. »Himmelspalast« sei eher mit der früheren russischen Raumstation »Mir« vergleichbar, sagen Experten.

Vorbereitungen seit 1992

Mit seinen beiden vorherigen Raumlaboren »Tiangong 1« und »Tiangong 2« hat sich China langsam an das komplexe Vorhaben herangearbeitet, das 1992 erstmals in der Planung für das Raumfahrtprogramm konkret ins Auge gefasst worden war.

China will nicht nur auf der Erde, sondern auch im All eine Großmacht werden und investiert Milliardensummen in seine Raumfahrtprogramme.

Zuletzt gelang der Volksrepublik eine erfolgreiche Marsmission: Der Rover »Zhurong« landete vor zwei Wochen auf dem Roten Planeten. Im Dezember war eine ehrgeizige Mondmission beendet worden; eine Kapsel mit zwei Kilogramm Proben kehrte sicher auf die Erde zurück.

gro/AFP
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