Chinas Mondrover Doch noch Hoffnung für den "Jadehasen"

Es sah nicht gut aus für den "Jadehasen": Chinas unbemanntes Mondfahrzeug hatte mit technischen Problemen zu kämpfen, dann kam die Mondnacht - und anschließend die Gerüchte. Nun scheint klar: Der Rover "Yutu" hat doch überlebt.

REUTERS/ CCTV

Berlin - Wenn die Sonne am Himmel verschwindet, dann wird es auf dem Mond ziemlich kühl. Bis auf -180 Grad fällt in der 14-tägigen Mondnacht das Thermometer. Deswegen war unter chinesischen Raumfahrtverantwortlichen die Sorge groß: Am 25. Januar waren Probleme beim Mondrover "Yutu" ("Jadehase") aufgetreten. Wegen einer "mechanischen Auffälligkeit" konnte das kleine Forschungsmobil sich nicht auf die Unbill der bevorstehenden Kältephase vorbereiten. Womöglich würde der Roboter nicht wieder aufwachen.

"Yutu" bezieht seine Energie allein aus Solarmodulen. Und eines dieser Paneele sollte eigentlich während der Mondnacht über den Rover geklappt werden, um die Wärmeabstrahlung zu verringern. Und das funktionierte augenscheinlich nicht.

Nun ist die zweite Mondnacht für Chinas Mondmission zu Ende gegangen - und nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua hat "Yutu" die Pause überstanden. Dabei hatte es zunächst gar nicht danach ausgesehen. Ausgangspunkt war eine Meldung der zweitgrößten staatlichen Nachrichtenagentur China News Service (CNS). Auf Basis dieser Informationen hatte auch SPIEGEL ONLINE berichtet, dass "Yutu" nicht mehr reagiert.

Mechanische Probleme bestehen weiter

Doch nach den neuen Xinhua-Informationen nimmt der Roboter doch wieder Steuerbefehle entgegen. Die "mechanischen Auffälligkeit" bestehe allerdings weiter. Die Nachrichtenagentur zitiert Pei Zhaoyu, einen Sprecher des chinesischen Mondprogramms, mit der Aussage, es gebe noch Chancen den Rover zu retten. Im Twitterkanal der Webseite "UHF Satcom", wo sich Amateurfunker mit dem Verfolgen von Raumfahrzeugen befassen, wurde ebenfalls über den Empfang eines Signals von "Yutu" auf der Frequenz 8,462 GHz berichtet.

Wie es mit "Yutu" und seinen Instrumenten weitergeht, werden die kommenden Tage zeigen. Zu Chinas Mondmission "Chang'e-3" gehört neben dem Rover auch ein deutlich größerer Lander. Dieser hat ein Radionuklid-Heizelement an Bord - und sich ebenfalls aus der Mondnacht zurückgemeldet.

China ist erst das dritte Land nach der USA und der Sowjetunion, das eine sanfte Landung auf dem Mond absolviert hat. Die Mitte Dezember 2013 gelandeten "Chang'e-3" und "Yutu" sind die ersten Fahrzeuge seit fast 40 Jahren, die so den Erdtrabanten erreicht haben. Die unbemannte Mondlandung gilt als wichtiger Schritt für das ambitionierte chinesische Raumfahrtprogramm. Europa hatte eine Landemission auf dem Mond aus Kostengründen abgesagt.

chs

insgesamt 18 Beiträge
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XenonLJ 13.02.2014
1. Fehler in der Kopie
Wenn die Chinesen mehr selbst entwickeln würden statt zu kopieren, würde der Jadehase vermutlich auch laufen.
Norbert1981 13.02.2014
2. ...
Zitat von XenonLJWenn die Chinesen mehr selbst entwickeln würden statt zu kopieren, würde der Jadehase vermutlich auch laufen.
Wenn von Chinesen gesprochen wird, fällt den Meisten das Kopieren ein.Die Chinesen bauen z.Z. ein Flugzeug mit 10 mach, ein Flugzeugträger mit getrennten 2-geschossigen Start- und Landebahn. Von wem sollen sie diese kopiert haben? Die besten 3 Pisa-Testorte sind Hong Kong, Shanghai, Taipei. Haben sie von den Deutschen kopiert, die nur Platz 18 erreicht haben. Die Chinesen melden z.Z. fast 4 Mal mehr Patente an als die Deutschen. Alles kopiert? Sind die Patentprüfer in Europa alle doof? Die chinesische Eisenbahn fahren, mit selbst entwickelten Loks, zwischen den Großstädten 300-350 km/h, die Deutsche Bahn ICE 200km/h. Auch kopiert?
mustermannfrau 13.02.2014
3. Und das Original ist jetzt welches?
Zitat von XenonLJWenn die Chinesen mehr selbst entwickeln würden statt zu kopieren, würde der Jadehase vermutlich auch laufen.
Wenn, dann fahren oder meinetwegen rollen. Er hat keine Beine zum Laufen. Das Fortbewegen ist aber auch nicht das Problem. Und btw. bei "uns" haben die Chinesen jedenfalls nicht kopiert, denn weder NASA und noch weniger die ESA hatten je ein unbemanntes und weitgehend autonomes Gefährt auf dem Mond. Na ja, die NASA immerhin auf dem Mars, wo der Staub aber weniger problematisch ist als auf dem Mond.
antilobby 13.02.2014
4.
Zitat von Norbert1981Wenn von Chinesen gesprochen wird, fällt den Meisten das Kopieren ein.Die Chinesen bauen z.Z. ein Flugzeug mit 10 mach, ein Flugzeugträger mit getrennten 2-geschossigen Start- und Landebahn. Von wem sollen sie diese kopiert haben? Die besten 3 Pisa-Testorte sind Hong Kong, Shanghai, Taipei. Haben sie von den Deutschen kopiert, die nur Platz 18 erreicht haben. Die Chinesen melden z.Z. fast 4 Mal mehr Patente an als die Deutschen. Alles kopiert? Sind die Patentprüfer in Europa alle doof? Die chinesische Eisenbahn fahren, mit selbst entwickelten Loks, zwischen den Großstädten 300-350 km/h, die Deutsche Bahn ICE 200km/h. Auch kopiert?
Als Vorlage dient der deutsche ICE, der in Spanien auch 350km/h fährt. Dass die Deutschen zu doof sind die Eisenbahn zu modernisieren und sich lieber mit Protesten gegen jegliche Infrastrukturprojekte protestieren, DAS haben die Chinesen zum Glück NICHT kopiert.
mirkor 13.02.2014
5. Die Chinesen
werden vielleicht die Ersten sein, die eine bemannte Marsmission realisieren werden. Allein schon das Prestige was sie damit erreichen könnten wäre grandios.
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